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	<title>Kommentare zu: Solidarit&#228;t ist Zusammengeh&#246;rigkeit, ist Mitmenschlichkeit &#8211; Michèle Meyer im Interview</title>
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	<description>positiv schwul - Leben mit HIV und Aids</description>
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		<title>Von: alivenkickn</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16959</link>
		<dc:creator><![CDATA[alivenkickn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Aug 2011 05:55:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Und Solidarit&#228;t hei&#223;t auch zu erleben, dass eine Bekannte mir diesen 1. Dezember 100.- CHF geschickt hat, einfach so, aus Solidarit&#228;t und weil sie mein Engagement sch&#228;tzt.
Oder dass eine andere Mutter mit HIV/AIDS extra nach Wien f&#228;hrt an den Kongress um mich zu unterst&#252;tzen und zu entlasten!

DAS sollte das zuv&#246;rderste Prinzip sein. Einander helfen das man seinen Alltag praktisch bew&#228;ltigen kann wenn es Not ist. Da sind f&#252;r mich mit &quot;Einander&quot; die AIDS Hilfen an erster Stelle gemeint.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und Solidarit&#228;t hei&#223;t auch zu erleben, dass eine Bekannte mir diesen 1. Dezember 100.- CHF geschickt hat, einfach so, aus Solidarit&#228;t und weil sie mein Engagement sch&#228;tzt.<br />
Oder dass eine andere Mutter mit HIV/AIDS extra nach Wien f&#228;hrt an den Kongress um mich zu unterst&#252;tzen und zu entlasten!</p>
<p>DAS sollte das zuv&#246;rderste Prinzip sein. Einander helfen das man seinen Alltag praktisch bew&#228;ltigen kann wenn es Not ist. Da sind f&#252;r mich mit &#8222;Einander&#8220; die AIDS Hilfen an erster Stelle gemeint.</p>
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	<item>
		<title>Von: knut</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16933</link>
		<dc:creator><![CDATA[knut]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 16:13:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[michele: ich mache mir dieser tage gedanken zum begriff der solidarit&#228;t. ich frage mich 1. was sie ist und 2. wie sie entsteht, wo also 2. der aussage &quot;Solidarit&#228;t als Grundlage/ Grundhaltung ist bedingungslos&quot; widersprechen k&#246;nnte. meiner meinung wird hier etwas vermischt oder es l&#228;sst sich hier weiterdenken, wenn wir das ziel mehr solidarit&#228;t erreichen m&#246;chten. ja, ich halte solidarit&#228;t f&#252;r, wenn sie vorhanden ist, etwas bedingungsloses, doch lese ich die aussage, als w&#228;re sie bedingungslos da. sie ist bewiesenerma&#223;en eben nicht als grundlage da, sonst w&#252;rden wir die frage nach ihr hier nicht er&#246;rtern wollen. ich denke es, verh&#228;lt sich mit solidarit&#228;t &#228;hnlich wir mit dem stolz, weil n&#228;mlich beide keine sprechakte darstellen (wenn ich ausspreche, dass ich stolz bin, hei&#223;t es nicht dass ich diesen stolz herbeischw&#246;re oder gar best&#228;tigen m&#252;sste, wie bei der gr&#252;&#223;ung oder dem versprechen), sondern, vielmehr, effekte bestimmter bestrebungen, erkenntnisse oder erfahrungen sind. so l&#228;sst sich nicht einfach &quot;Solidarit&#228;t f&#252;r alle Menschen mit HIV/AIDS einfordern&quot;, da das &quot;sei solidarisch&quot; nicht solidarisch macht. die meiner meinung nach interessantere frage w&#228;re also, wie solidarit&#228;t? nicht was solidarit&#228;t?
ich kenne die bedingungen der solidarit&#228;t nicht aber ich neige dazu, zu denken, dass &#228;hnlichkeit/un&#228;hnlichkeit, n&#228;he/ferne eine rolle spielen k&#246;nnten. oder beruht sie doch auf was anderem? was meine these unterst&#252;tzen w&#252;rde, ist zum einen das rein statistische, dass hiv-positive eine kleine gruppe ausmachen (=ferne), dass der mundkorb des stigmas uns u.u. unsichtbar macht (=ferne), vor allem aber, dass wir in der darstellung zu etwas anderem gemacht werden (=un&#228;hnlichkeit).]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>michele: ich mache mir dieser tage gedanken zum begriff der solidarit&#228;t. ich frage mich 1. was sie ist und 2. wie sie entsteht, wo also 2. der aussage &#8222;Solidarit&#228;t als Grundlage/ Grundhaltung ist bedingungslos&#8220; widersprechen k&#246;nnte. meiner meinung wird hier etwas vermischt oder es l&#228;sst sich hier weiterdenken, wenn wir das ziel mehr solidarit&#228;t erreichen m&#246;chten. ja, ich halte solidarit&#228;t f&#252;r, wenn sie vorhanden ist, etwas bedingungsloses, doch lese ich die aussage, als w&#228;re sie bedingungslos da. sie ist bewiesenerma&#223;en eben nicht als grundlage da, sonst w&#252;rden wir die frage nach ihr hier nicht er&#246;rtern wollen. ich denke es, verh&#228;lt sich mit solidarit&#228;t &#228;hnlich wir mit dem stolz, weil n&#228;mlich beide keine sprechakte darstellen (wenn ich ausspreche, dass ich stolz bin, hei&#223;t es nicht dass ich diesen stolz herbeischw&#246;re oder gar best&#228;tigen m&#252;sste, wie bei der gr&#252;&#223;ung oder dem versprechen), sondern, vielmehr, effekte bestimmter bestrebungen, erkenntnisse oder erfahrungen sind. so l&#228;sst sich nicht einfach &#8222;Solidarit&#228;t f&#252;r alle Menschen mit HIV/AIDS einfordern&#8220;, da das &#8222;sei solidarisch&#8220; nicht solidarisch macht. die meiner meinung nach interessantere frage w&#228;re also, wie solidarit&#228;t? nicht was solidarit&#228;t?<br />
ich kenne die bedingungen der solidarit&#228;t nicht aber ich neige dazu, zu denken, dass &#228;hnlichkeit/un&#228;hnlichkeit, n&#228;he/ferne eine rolle spielen k&#246;nnten. oder beruht sie doch auf was anderem? was meine these unterst&#252;tzen w&#252;rde, ist zum einen das rein statistische, dass hiv-positive eine kleine gruppe ausmachen (=ferne), dass der mundkorb des stigmas uns u.u. unsichtbar macht (=ferne), vor allem aber, dass wir in der darstellung zu etwas anderem gemacht werden (=un&#228;hnlichkeit).</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Ernst</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16141</link>
		<dc:creator><![CDATA[Ernst]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 16:30:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@Matthias  - Und zu dem - aber mal im Ernst - na so weit sind wir zwei ja noch nicht.....]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Matthias  &#8211; Und zu dem &#8211; aber mal im Ernst &#8211; na so weit sind wir zwei ja noch nicht&#8230;..</p>
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	<item>
		<title>Von: Ernst</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16140</link>
		<dc:creator><![CDATA[Ernst]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 16:21:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@Matthias
Wir geraten nicht ins Abseits, wenn wir rechtliche Rahmenbedingungen in Frage stellen. Das ist letztlich wie eine Front, wenn die f&#228;llt, d.h. wenn wir zulassen, da&#223; z.B. einige &#246;ffentlich als S&#252;ndenb&#246;cke f&#252;r &quot;falsches Verhalten&quot; stigmatisiert werden und uns da abgrenzen w&#252;rden, so nach dem Motto, wir sind da aber jetzt die &quot;braven&quot;, wir kl&#228;ren auf, warnen, w&#252;rden niemals unseren HIV-Status verschweigen - das ist alles richtig und sch&#246;n, aber wenn wir uns auf diesen Diskurs einlassen, haben wir schon verloren.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Matthias<br />
Wir geraten nicht ins Abseits, wenn wir rechtliche Rahmenbedingungen in Frage stellen. Das ist letztlich wie eine Front, wenn die f&#228;llt, d.h. wenn wir zulassen, da&#223; z.B. einige &#246;ffentlich als S&#252;ndenb&#246;cke f&#252;r &#8222;falsches Verhalten&#8220; stigmatisiert werden und uns da abgrenzen w&#252;rden, so nach dem Motto, wir sind da aber jetzt die &#8222;braven&#8220;, wir kl&#228;ren auf, warnen, w&#252;rden niemals unseren HIV-Status verschweigen &#8211; das ist alles richtig und sch&#246;n, aber wenn wir uns auf diesen Diskurs einlassen, haben wir schon verloren.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Matthias Gerschwitz</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16139</link>
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Gerschwitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 16:15:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wie ... sowas mache ich? Das ist ja unerh&#246;rt ... :-)

Aber mal im Ernst: Soweit verstehe ich jedes Argument und teile es auch. Aber »intern« beschleicht mich gelegentlich das Gef&#252;hl, dass eigenst&#228;ndiges Denken und eine eigenst&#228;ndige Meinung  jenseits des so genannten »Community-Mainstreams« verboten ist. Und macht man es doch, wird gleich mangelnde Empathie oder die N&#228;he zum »Goebbel&#039;schen Gutmenschentum« unterstellt.  

Wer wie ich mit Krankheit als Normalit&#228;t aufgewachsen ist, hat eine andere Wahrnehmung und ein anderes Selbstverst&#228;ndnis ... mit sich und mit anderen. Und daher auch damit, wie der Begriff »Solidarit&#228;t« mit Leben zu f&#252;llen ist. 

Vielleicht mache ich ja einen Argumentationsumweg um drei Ecken, so dass mich geradeaus gestrickte Menschen nicht verstehen (wollen) - aber ich versuche eigentlich nur, andere Aspekte in den Vordergrund zu stellen - und da hilft es durchaus mal, eingefahrene Wege zu verlassen bzw. andere Wege zuzulassen. Letztlich geht es ja um das Ziel ... dachte ich jedenfalls immer.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wie &#8230; sowas mache ich? Das ist ja unerh&#246;rt &#8230; 🙂</p>
<p>Aber mal im Ernst: Soweit verstehe ich jedes Argument und teile es auch. Aber »intern« beschleicht mich gelegentlich das Gef&#252;hl, dass eigenst&#228;ndiges Denken und eine eigenst&#228;ndige Meinung  jenseits des so genannten »Community-Mainstreams« verboten ist. Und macht man es doch, wird gleich mangelnde Empathie oder die N&#228;he zum »Goebbel&#8217;schen Gutmenschentum« unterstellt.  </p>
<p>Wer wie ich mit Krankheit als Normalit&#228;t aufgewachsen ist, hat eine andere Wahrnehmung und ein anderes Selbstverst&#228;ndnis &#8230; mit sich und mit anderen. Und daher auch damit, wie der Begriff »Solidarit&#228;t« mit Leben zu f&#252;llen ist. </p>
<p>Vielleicht mache ich ja einen Argumentationsumweg um drei Ecken, so dass mich geradeaus gestrickte Menschen nicht verstehen (wollen) &#8211; aber ich versuche eigentlich nur, andere Aspekte in den Vordergrund zu stellen &#8211; und da hilft es durchaus mal, eingefahrene Wege zu verlassen bzw. andere Wege zuzulassen. Letztlich geht es ja um das Ziel &#8230; dachte ich jedenfalls immer.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: alivenkickn</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16138</link>
		<dc:creator><![CDATA[alivenkickn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 15:49:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16138</guid>
		<description><![CDATA[Oh ich dachte das, das was den Unterschied zwischen Innen und Aussenwahrnehmung einerseits und andererseits allgemein klar und bekannt ist. 

In erster Linie definiere ich mich und m&#246;chte &#252;ber mein &quot;Mensch sein&quot; definiert werden. Oder anders ausgedr&#252;ckt: Ich bin mehr als der Virus &quot;HIV&quot;, ich definiere mich nicht &#252;ber den Virus, &#252;ber mein HIV positiv sein. Dies gilt analog f&#252;r jede Krankheit die solch einen Impact auf das Leben eines jeden Menschen hat. 

Das ich mich nicht &#252;ber den Virus definiere ist eine Sache. Gleichwohl ist es eine Tatsache, da wir uns ausserhalb dessen was als gesellschaftlich Normativ unter &quot;gesund&quot; verstanden wird, bewegen. D.h. die Gesellschaft betrachtet uns nicht als gleichwertig - akzeptiert uns nicht auf gleicher Augenh&#246;he (wegen unserer/einer Krankheit) sondern weist uns (wegen unserer(einer Krankheit) bestimmte Bereiche zu. 

Das Wort &quot;Randgruppen&quot; das zu Beginn von HIV sehr oft verwendet wurde bringt &quot;Unseren Platz&quot; bildlich sehr gut zum Ausdruck. Wir die wir HIV + sind, von dem die Gesellschaft der Meinung war das wir (Schwule, Junkies und Prostituierte) betroffen sind, diese Gruppen sind nicht TEIL der Gesellschaft sie geh&#246;ren an den &quot;Rand der Gesellschaft&quot;. Wir wurden nicht als Bestandteil, gleichwertiger Teil eines Ganzen, der Gesellschaft verstanden. Hier wird schon eine von vielen ver - r&#252;ckten Wahrnehmungen sichtbar. Innen - Aussen. Jeder Kreis, jedes Mehreck hat (s) einen Rand. Und da nichts statisch ist sondern alles immer in Bewegung ist, wird  irgendwann das was Aussen (am Rand) ist Innen sein. 

Eine der extremsten Erfahrungen bzgl einer zugewiesenen Position waren und sind Menschen die an Lepra erkrankt sind/waren. Vorausschicken m&#246;chte ich das die Erde auf der wir leben von der Gemeinschaft der Menschen, der menschlichen Gesellschaft bewohnt ist. Menschen die an Lepra erkrankt sind wurden fr&#252;her in sehr gro&#223;er Distanz von &quot;gesunden&quot; ihr Platz zum leben zugewiesen. Gleichwohl wurden sie von der Gesellschaft versorgt. Is schon ne irre Haltung - Logik. &quot;Du Mensch, der Du an Lepra erkrankt bist, wirst von uns, Menschen die wir nicht an Lepra erkrankt sind, versorgt werden.&quot; Ja wie den nun. Entweder man ist Teil oder man ist nicht Teil eines Ganzen.  

Ob wir dies nun wollen oder nicht, das Ergebnis dieser zugewiesenen Positionierung sind Stigma, Diskriminierung und Krimininalisierung. Und dies ist per se erst mal eine Tatsache. Wir - jeder Einzelne von uns mu&#223; seine Zugeh&#246;rigkeit zur Gesellschaft unter Beweis stellen. Wir m&#252;ssen uns unsere Dazugeh&#246;rigkeit &quot;verdienen&quot;. Das ist unser Kampf. Und das lieber Matthias ist das was bei Deinen Lesungen bei vielen Deiner Zuh&#246;rer passiert. Durch die Art und Weise wie Du dich wahrnimmst, wie Du diese Selbstwahrnehmung kommnunizierst passiert u.a. folgendes:

&quot;Ach schau an. Nicht nur das der Typ da vorne ganz entspannt mit seiner Krankheit umgeht, er ist sogar n ganz Netter. Der ist ja gar nicht so anders wie ich/wir dachten das Menschen mit HIV sind&quot;. ;) Und schwupp schon biste n St&#252;kk vom Rand weg in den Kreis der Gesellschaft aufgenommen worden ;) Und - like it or not du hast HIV Positive, Schwule ein St&#252;ck mit in den Kreis (der Gesellschaft) genommen. Insofern hast Du (unbewu&#223;t) einen Akt der Solidari&#228;t (anderen HIV Positiven gegen&#252;ber) praktiziert. 
Un das ohne uns zu fragen. Wenn das kein dicker Hund ist . . . :)  

 In der Pariser Erkl&#228;rung von 1994 war dies ein wenn nicht DAS zentrales Anliegen.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Oh ich dachte das, das was den Unterschied zwischen Innen und Aussenwahrnehmung einerseits und andererseits allgemein klar und bekannt ist. </p>
<p>In erster Linie definiere ich mich und m&#246;chte &#252;ber mein &#8222;Mensch sein&#8220; definiert werden. Oder anders ausgedr&#252;ckt: Ich bin mehr als der Virus &#8222;HIV&#8220;, ich definiere mich nicht &#252;ber den Virus, &#252;ber mein HIV positiv sein. Dies gilt analog f&#252;r jede Krankheit die solch einen Impact auf das Leben eines jeden Menschen hat. </p>
<p>Das ich mich nicht &#252;ber den Virus definiere ist eine Sache. Gleichwohl ist es eine Tatsache, da wir uns ausserhalb dessen was als gesellschaftlich Normativ unter &#8222;gesund&#8220; verstanden wird, bewegen. D.h. die Gesellschaft betrachtet uns nicht als gleichwertig &#8211; akzeptiert uns nicht auf gleicher Augenh&#246;he (wegen unserer/einer Krankheit) sondern weist uns (wegen unserer(einer Krankheit) bestimmte Bereiche zu. </p>
<p>Das Wort &#8222;Randgruppen&#8220; das zu Beginn von HIV sehr oft verwendet wurde bringt &#8222;Unseren Platz&#8220; bildlich sehr gut zum Ausdruck. Wir die wir HIV + sind, von dem die Gesellschaft der Meinung war das wir (Schwule, Junkies und Prostituierte) betroffen sind, diese Gruppen sind nicht TEIL der Gesellschaft sie geh&#246;ren an den &#8222;Rand der Gesellschaft&#8220;. Wir wurden nicht als Bestandteil, gleichwertiger Teil eines Ganzen, der Gesellschaft verstanden. Hier wird schon eine von vielen ver &#8211; r&#252;ckten Wahrnehmungen sichtbar. Innen &#8211; Aussen. Jeder Kreis, jedes Mehreck hat (s) einen Rand. Und da nichts statisch ist sondern alles immer in Bewegung ist, wird  irgendwann das was Aussen (am Rand) ist Innen sein. </p>
<p>Eine der extremsten Erfahrungen bzgl einer zugewiesenen Position waren und sind Menschen die an Lepra erkrankt sind/waren. Vorausschicken m&#246;chte ich das die Erde auf der wir leben von der Gemeinschaft der Menschen, der menschlichen Gesellschaft bewohnt ist. Menschen die an Lepra erkrankt sind wurden fr&#252;her in sehr gro&#223;er Distanz von &#8222;gesunden&#8220; ihr Platz zum leben zugewiesen. Gleichwohl wurden sie von der Gesellschaft versorgt. Is schon ne irre Haltung &#8211; Logik. &#8222;Du Mensch, der Du an Lepra erkrankt bist, wirst von uns, Menschen die wir nicht an Lepra erkrankt sind, versorgt werden.&#8220; Ja wie den nun. Entweder man ist Teil oder man ist nicht Teil eines Ganzen.  </p>
<p>Ob wir dies nun wollen oder nicht, das Ergebnis dieser zugewiesenen Positionierung sind Stigma, Diskriminierung und Krimininalisierung. Und dies ist per se erst mal eine Tatsache. Wir &#8211; jeder Einzelne von uns mu&#223; seine Zugeh&#246;rigkeit zur Gesellschaft unter Beweis stellen. Wir m&#252;ssen uns unsere Dazugeh&#246;rigkeit &#8222;verdienen&#8220;. Das ist unser Kampf. Und das lieber Matthias ist das was bei Deinen Lesungen bei vielen Deiner Zuh&#246;rer passiert. Durch die Art und Weise wie Du dich wahrnimmst, wie Du diese Selbstwahrnehmung kommnunizierst passiert u.a. folgendes:</p>
<p>&#8222;Ach schau an. Nicht nur das der Typ da vorne ganz entspannt mit seiner Krankheit umgeht, er ist sogar n ganz Netter. Der ist ja gar nicht so anders wie ich/wir dachten das Menschen mit HIV sind&#8220;. 😉 Und schwupp schon biste n St&#252;kk vom Rand weg in den Kreis der Gesellschaft aufgenommen worden 😉 Und &#8211; like it or not du hast HIV Positive, Schwule ein St&#252;ck mit in den Kreis (der Gesellschaft) genommen. Insofern hast Du (unbewu&#223;t) einen Akt der Solidari&#228;t (anderen HIV Positiven gegen&#252;ber) praktiziert.<br />
Un das ohne uns zu fragen. Wenn das kein dicker Hund ist . . . 🙂  </p>
<p> In der Pariser Erkl&#228;rung von 1994 war dies ein wenn nicht DAS zentrales Anliegen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Matthias Gerschwitz</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16136</link>
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Gerschwitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 14:11:25 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16136</guid>
		<description><![CDATA[Interessanter Punkt. Ich gebe Dir mit dem »etwas Verbindenden« nat&#252;rlich recht. Und ich gebe Dir auch recht, dass von au&#223;erhalb eine Menge an Unverst&#228;ndnis, Stigmatisierung, Diskriminierung auf positive Menschen herniederprasselt. Vielleicht klingt »entscheiden und bewerten« missverst&#228;ndlich - was ich meine, ist dass ich Solidarit&#228;t freiwillig &#252;be und nicht aus einem Gruppenverst&#228;ndnis heraus.

Andererseits stelle ich z.B. fest, dass etliche Leute VOR meinen Lesungen z.B. einen positiven Menschen anders wahrnehmen - n&#228;mlich auf einer Art Sonderplattform - als DANACH, wenn sie feststellen, dass es, l&#228;sst man die Viren au&#223;en vor, genauso ein Mensch ist wie jeder andere auch. Das habe ich schon oft in den Gespr&#228;chen, Diskussionen etc. geh&#246;rt - und es verwundert mich, weil es doch eigentlich eine so einfache Wahrheit ist. Ich m&#246;chte nicht akzeptiert werden, WEIL ich positiv bin und auch nicht OBWOHL - ich m&#246;chte mit diesem Kriterium &#252;berhaupt nicht gemessen werden. Mit dieser bedingungslosen Solidarit&#228;t, die nur nach dem Vorhandensein des Virus schielt, scheint mir aber aus der Community (so es sie denn gibt) genau das gew&#252;nscht, und wir stellen wir uns - so meine Auffassung und auch Erkenntnis - damit selbst ins Abseits. Und das kann doch nicht das Ziel sein ... oder verstehe ich da etwas falsch?]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Interessanter Punkt. Ich gebe Dir mit dem »etwas Verbindenden« nat&#252;rlich recht. Und ich gebe Dir auch recht, dass von au&#223;erhalb eine Menge an Unverst&#228;ndnis, Stigmatisierung, Diskriminierung auf positive Menschen herniederprasselt. Vielleicht klingt »entscheiden und bewerten« missverst&#228;ndlich &#8211; was ich meine, ist dass ich Solidarit&#228;t freiwillig &#252;be und nicht aus einem Gruppenverst&#228;ndnis heraus.</p>
<p>Andererseits stelle ich z.B. fest, dass etliche Leute VOR meinen Lesungen z.B. einen positiven Menschen anders wahrnehmen &#8211; n&#228;mlich auf einer Art Sonderplattform &#8211; als DANACH, wenn sie feststellen, dass es, l&#228;sst man die Viren au&#223;en vor, genauso ein Mensch ist wie jeder andere auch. Das habe ich schon oft in den Gespr&#228;chen, Diskussionen etc. geh&#246;rt &#8211; und es verwundert mich, weil es doch eigentlich eine so einfache Wahrheit ist. Ich m&#246;chte nicht akzeptiert werden, WEIL ich positiv bin und auch nicht OBWOHL &#8211; ich m&#246;chte mit diesem Kriterium &#252;berhaupt nicht gemessen werden. Mit dieser bedingungslosen Solidarit&#228;t, die nur nach dem Vorhandensein des Virus schielt, scheint mir aber aus der Community (so es sie denn gibt) genau das gew&#252;nscht, und wir stellen wir uns &#8211; so meine Auffassung und auch Erkenntnis &#8211; damit selbst ins Abseits. Und das kann doch nicht das Ziel sein &#8230; oder verstehe ich da etwas falsch?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Ulli</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16137</link>
		<dc:creator><![CDATA[Ulli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 13:47:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16137</guid>
		<description><![CDATA[Vielleicht hilft es an diesem Punkt, Innen- und Aussen-Sicht zu unterscheiden?

Ich m&#246;chte in meiner Wahrnehmung von au&#223;en auch nicht auf HIV reduziert oder &#252;ber HIV definiert werden.

Aber - unter uns Positiven, sozusagen im Binnen-Verh&#228;ltnis, finde ich den Gedanken gegenseitiger Solidarit&#228;t sehr wichtig]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht hilft es an diesem Punkt, Innen- und Aussen-Sicht zu unterscheiden?</p>
<p>Ich m&#246;chte in meiner Wahrnehmung von au&#223;en auch nicht auf HIV reduziert oder &#252;ber HIV definiert werden.</p>
<p>Aber &#8211; unter uns Positiven, sozusagen im Binnen-Verh&#228;ltnis, finde ich den Gedanken gegenseitiger Solidarit&#228;t sehr wichtig</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: alivenkickn</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16134</link>
		<dc:creator><![CDATA[alivenkickn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 13:29:16 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16134</guid>
		<description><![CDATA[@Matthias
Das Recht selbst zu entscheiden zu wem oder was du dazugeh&#246;ren m&#246;chtest, das ist eine Sache und nimmt dir niemand bzw stellt niemand in Abrede. Dennoch ist z.b. ein VIRUS in dem Fall der HIVirus, etwas das alle denjenigen gemein ist die HIV + sind und somit verbindet. Ob Du das willst oder nicht - es ist nun mal so.

Ich denke mal Du wirst nicht an Abrede stellen k&#246;nnen das gerade Dein Buch, deine Lesungen vor Menschen neue - andere Sichtweise er&#246;ffnen mit dem Ergebnis das &quot;Menschen mit HIV&quot; von einem anderen Standpunkt betrachtet/ wahrgenommen werden. Die Wahrscheinlichkeit das somit etwas &quot;verbindendes&quot; erkannt wird kannst Du nicht in Abrede stellen. Und dies ohne das es Deine Absicht war. Willst du diese Sichtweise, Wahrnehmung Deiner Zuh&#246;rer, diesen Proze&#223; der da ausgel&#246;st wurde in Abrede stellen nur weil Du das nicht willst?]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Matthias<br />
Das Recht selbst zu entscheiden zu wem oder was du dazugeh&#246;ren m&#246;chtest, das ist eine Sache und nimmt dir niemand bzw stellt niemand in Abrede. Dennoch ist z.b. ein VIRUS in dem Fall der HIVirus, etwas das alle denjenigen gemein ist die HIV + sind und somit verbindet. Ob Du das willst oder nicht &#8211; es ist nun mal so.</p>
<p>Ich denke mal Du wirst nicht an Abrede stellen k&#246;nnen das gerade Dein Buch, deine Lesungen vor Menschen neue &#8211; andere Sichtweise er&#246;ffnen mit dem Ergebnis das &#8222;Menschen mit HIV&#8220; von einem anderen Standpunkt betrachtet/ wahrgenommen werden. Die Wahrscheinlichkeit das somit etwas &#8222;verbindendes&#8220; erkannt wird kannst Du nicht in Abrede stellen. Und dies ohne das es Deine Absicht war. Willst du diese Sichtweise, Wahrnehmung Deiner Zuh&#246;rer, diesen Proze&#223; der da ausgel&#246;st wurde in Abrede stellen nur weil Du das nicht willst?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Matthias Gerschwitz</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16132</link>
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Gerschwitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 09:56:22 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16132</guid>
		<description><![CDATA[100% d&#039;accord.

Ich bin aber nach wie vor gegen die »zwangsweise verordnete« Solidarit&#228;t mit einem positiven Menschen, nur weil er/sie positiv ist - das lese ich gelegentlich in Kommentaren zum Thema heraus. Solidarit&#228;t nach dem Gie&#223;kannenprinzip kann meines Erachtens nach nicht funktionieren. Der Mensch besteht aus mehr Aspekten als den Viren. Ich m&#246;chte das Recht behalten, selbst zu entscheiden und zu bewerten - genauso wie ich auch jedem anderen dieses Recht hinsichtlich meiner Person einr&#228;ume. 

Allerdings - und das ist ein Punkt, dem ich &#246;fter gegen&#252;berstehe - gibt es kein »besser« oder «schlechter«, was den Infektionsweg betrifft. Da hab ich gerade in der letzten Zeit wieder mal Abstruses erlebt ...]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>100% d&#8217;accord.</p>
<p>Ich bin aber nach wie vor gegen die »zwangsweise verordnete« Solidarit&#228;t mit einem positiven Menschen, nur weil er/sie positiv ist &#8211; das lese ich gelegentlich in Kommentaren zum Thema heraus. Solidarit&#228;t nach dem Gie&#223;kannenprinzip kann meines Erachtens nach nicht funktionieren. Der Mensch besteht aus mehr Aspekten als den Viren. Ich m&#246;chte das Recht behalten, selbst zu entscheiden und zu bewerten &#8211; genauso wie ich auch jedem anderen dieses Recht hinsichtlich meiner Person einr&#228;ume. </p>
<p>Allerdings &#8211; und das ist ein Punkt, dem ich &#246;fter gegen&#252;berstehe &#8211; gibt es kein »besser« oder «schlechter«, was den Infektionsweg betrifft. Da hab ich gerade in der letzten Zeit wieder mal Abstruses erlebt &#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Ernst</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16131</link>
		<dc:creator><![CDATA[Ernst]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 09:51:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Faszinierend ist auch, dass in der Charta von LHIVE dieser Passus drin ist, dass sie sich sogar bei sog. AIDS-Dissidenten einsetzen, sofern dies m&#246;glich ist und sie augenscheinlich selbst betroffen sind.
Als z.B. bekannt geworden ist, dass in &#214;sterreich ein Paar ihr Kind nicht mit Medikamenten gegen HIV behandeln lassen wollte, alle miteinander waren HIV-positiv, aber sog. Dissidenten, da kam mir spontan der Gedanke - ich find raus, wo die Leute wohnen, ich fahr zu denen hin, rede mit ihnen - ich kenne m&#246;glicherweise deren Gedanken, k&#246;nnte vielleicht auch ganz anders mit diesen Menschen sprechen, da ich ja selbst mal so gedacht habe.
Sag denen vielleicht, la&#223;t die &#196;rzte mal machen, wartet einfach ab, denkt mal gar nix, und hofft, da&#223; es besser wird - und wer heilt, der hat m&#246;glicherweise in manchen Recht - nicht in allem - ihr hattet auch Recht mit Euerem Mut, damit da&#223; ihr ne Familie gegr&#252;ndet habt, da gibt es vieles, das ist nicht falsch, euer Glauben, euere Hoffnung, aber euer Kind ist krank und wir alle sind mit unserem Latein mal am Ende gewesen - lasst die &#196;rzte mal machen - ich war auch total mistrauisch, aber ich bin Euch freund, ich bin solidarisch.....ich wei&#223;, da&#223; das bei manchen an Grenzen geht - bei mir eigentlich nicht und das ist ein Punkt, der f&#252;r mich wichtig ist nach wie vor und das ist auch einer der Gr&#252;nde warum ich auf eine Gemeinschaft hoffe, da sie auch f&#252;r die Irrenden und Zweifelnden, ja Verzweifelnden Halt geben kann.

Ich trauere jeden Tag um - ich nenne hier mal Namen - Uta Ries, eine Rechtsanw&#228;ltin, die auf der Dokumenta X in Kassel den Stempel &quot;Kein Mensch ist illegal&quot; erfand und als Rechtsanw&#228;ltin des Fl&#252;chtlingsrates Wiesbaden f&#252;r Illegale und Asylbewerber k&#228;mpfte und sie begleitete - doch sie starb als HIV-positive AIDS-Dissidentin Im Irtum bis zuletzt, weigerte sie sich die Medikamente zu nehmen und ich wei&#223;, dass es den Tag gegeben h&#228;tte, die Stunde, wo einer, vielleicht ich an Sie herangekommen w&#228;re und sagen h&#228;tte k&#246;nnen, komm wir nehmen jetzt die Tabletten, was hast Du noch zu verlieren - machen wir doch einfach mal mit, schauen wir mal wie es sich auswirt, ist doch wurscht, vielleicht bringt es ja was...das hat gefehlt, da war nur eine kreischende Krankenschwester, die schrie, dann sterben sie und da war kein Freund.
Letztlich war sie selbst die Illegale und letztlich erfand sie diesen Stempel, den sie voller Stolz auf dieser Aktion in Kassel auf der Dokumenta X &#252;berall draufdr&#252;ckte f&#252;r sich - sie war einsam und illegal.
Kein Mensch ist illegal - Uta Ries starb 2005 - an AIDS - sie hat nicht &#252;berlebt, denn es war keiner da, der Ihr Mut gemacht hat f&#252;r einen neuen Weg.....den ich heute alleine ohne meine beste Freundin gehe.

Ernst Albert Gradl]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Faszinierend ist auch, dass in der Charta von LHIVE dieser Passus drin ist, dass sie sich sogar bei sog. AIDS-Dissidenten einsetzen, sofern dies m&#246;glich ist und sie augenscheinlich selbst betroffen sind.<br />
Als z.B. bekannt geworden ist, dass in &#214;sterreich ein Paar ihr Kind nicht mit Medikamenten gegen HIV behandeln lassen wollte, alle miteinander waren HIV-positiv, aber sog. Dissidenten, da kam mir spontan der Gedanke &#8211; ich find raus, wo die Leute wohnen, ich fahr zu denen hin, rede mit ihnen &#8211; ich kenne m&#246;glicherweise deren Gedanken, k&#246;nnte vielleicht auch ganz anders mit diesen Menschen sprechen, da ich ja selbst mal so gedacht habe.<br />
Sag denen vielleicht, la&#223;t die &#196;rzte mal machen, wartet einfach ab, denkt mal gar nix, und hofft, da&#223; es besser wird &#8211; und wer heilt, der hat m&#246;glicherweise in manchen Recht &#8211; nicht in allem &#8211; ihr hattet auch Recht mit Euerem Mut, damit da&#223; ihr ne Familie gegr&#252;ndet habt, da gibt es vieles, das ist nicht falsch, euer Glauben, euere Hoffnung, aber euer Kind ist krank und wir alle sind mit unserem Latein mal am Ende gewesen &#8211; lasst die &#196;rzte mal machen &#8211; ich war auch total mistrauisch, aber ich bin Euch freund, ich bin solidarisch&#8230;..ich wei&#223;, da&#223; das bei manchen an Grenzen geht &#8211; bei mir eigentlich nicht und das ist ein Punkt, der f&#252;r mich wichtig ist nach wie vor und das ist auch einer der Gr&#252;nde warum ich auf eine Gemeinschaft hoffe, da sie auch f&#252;r die Irrenden und Zweifelnden, ja Verzweifelnden Halt geben kann.</p>
<p>Ich trauere jeden Tag um &#8211; ich nenne hier mal Namen &#8211; Uta Ries, eine Rechtsanw&#228;ltin, die auf der Dokumenta X in Kassel den Stempel &#8222;Kein Mensch ist illegal&#8220; erfand und als Rechtsanw&#228;ltin des Fl&#252;chtlingsrates Wiesbaden f&#252;r Illegale und Asylbewerber k&#228;mpfte und sie begleitete &#8211; doch sie starb als HIV-positive AIDS-Dissidentin Im Irtum bis zuletzt, weigerte sie sich die Medikamente zu nehmen und ich wei&#223;, dass es den Tag gegeben h&#228;tte, die Stunde, wo einer, vielleicht ich an Sie herangekommen w&#228;re und sagen h&#228;tte k&#246;nnen, komm wir nehmen jetzt die Tabletten, was hast Du noch zu verlieren &#8211; machen wir doch einfach mal mit, schauen wir mal wie es sich auswirt, ist doch wurscht, vielleicht bringt es ja was&#8230;das hat gefehlt, da war nur eine kreischende Krankenschwester, die schrie, dann sterben sie und da war kein Freund.<br />
Letztlich war sie selbst die Illegale und letztlich erfand sie diesen Stempel, den sie voller Stolz auf dieser Aktion in Kassel auf der Dokumenta X &#252;berall draufdr&#252;ckte f&#252;r sich &#8211; sie war einsam und illegal.<br />
Kein Mensch ist illegal &#8211; Uta Ries starb 2005 &#8211; an AIDS &#8211; sie hat nicht &#252;berlebt, denn es war keiner da, der Ihr Mut gemacht hat f&#252;r einen neuen Weg&#8230;..den ich heute alleine ohne meine beste Freundin gehe.</p>
<p>Ernst Albert Gradl</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: alivenkickn</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16127</link>
		<dc:creator><![CDATA[alivenkickn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 07:41:23 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ondamaris.de/?p=25687#comment-16127</guid>
		<description><![CDATA[Michele, Du sprichst mir aus der Seele, formulierst das was ich nach in mich hineinh&#246;ren ;) wahrnehme. Deine Klarheit verhilft mir klarer f&#252;r mich zu werden. Das ist es was ich an Dir sch&#228;tze - dieses gegenseitige befruchten . . . S&#228;nk Yu :)]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Michele, Du sprichst mir aus der Seele, formulierst das was ich nach in mich hineinh&#246;ren 😉 wahrnehme. Deine Klarheit verhilft mir klarer f&#252;r mich zu werden. Das ist es was ich an Dir sch&#228;tze &#8211; dieses gegenseitige befruchten . . . S&#228;nk Yu 🙂</p>
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