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	<title>Kommentare zu: Sexualit&#228;t im Wandel</title>
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	<description>positiv schwul - Leben mit HIV und Aids</description>
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		<title>Von: Dennis</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=7687#comment-7368</link>
		<dc:creator><![CDATA[Dennis]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 17:54:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@ Ondamaris
Wenn ich heute so zur&#252;ckschaue dann komme ich nicht umhin festzustellen das sich meine Wahrnehmung - mein Verst&#228;ndnis zu meiner Sexualit&#228;t einem Wandel unterzogen hat das sich mit vielem in dem - was Ihr auf der Bupo festgestellt habt, deckt.

Der gr&#246;&#223;te Brick in the Wall - die gr&#246;&#223;te Mauer die meinem &quot;mit mir im Einklang leben&quot; im Wege stand war dieses &quot;Mit Kondom ficken ist unnat&#252;rlich&quot;. Bis zu dem Moment als ich erfuhr das ich HIV + bin, das war 1986, war v&#246;geln ohne Kondom f&#252;r mich &quot;Normal&quot;. Std´s wie Tripper oder &#228;hnliches machten mir kein Kopfzerbrechen. Brannte der D&#246;del dann ging man zum Hautarzt - bekam Penicillin und gut war´s.  Ob - das ein solches Verhalten was Verantwortung betrifft unreflektiert war sei jetzt mal dahingestellt. Es war schlicht und einfach so.  

Einen nicht unerheblichen Einflu&#223; auf das leben meiner Sexualit&#228;t hatten die 70 ger Jahre. In den Kreisen in denen ich mich bewegte war V&#246;geln so normal wie das Atmen. Man mu&#223; sich die Zeit vor Augen halten. Bis zu dem vermehrtem Auftauchen von HIV in Deutschland hatte sich was Sexualit&#228;t leben betrifft in Deutschland ein Umdenken vollzogen. Kolle und die wilden 70ger - „Wer zweimal mit der Selben pennt geh&#246;rt schon zum Establishment“ - haben den Umgang mit der Sexualit&#228;t ver&#228;ndert. Noch Mitte der 60ger Jahre war Sex etwas das im Dunkeln unter der Bettdecke stattfand und das die Frau &#252;ber sich ergehen lie&#223;. Frauen und ein Bed&#252;rfniss ihre Sexualit&#228;t zu entdecken . . .davon tr&#228;umte zu dieser Zeit noch nicht mal Alice Schwarzer. Das &#228;nderte sich erst durch die 68ger Bewegung. Zu diesem Zeitpunkt war ich 18 und alle traditionell vermittelten Verklemmungen, verstaubten Ansichten und Werte waren mir von meinen Altvorderen und der Schule aufoktruiert - in mir implementiert. Die Hippie Zeit und die 68 ger haben dieses Eis gebrochen. Abends ging man in seine Disco machte die M&#228;dels an oder die M&#228;dels machten einen an. „He ich hab Bock mit Dir zu pennen“ oder wie Zappa es sagte „You´re place or mine“ war auf einmal normal geworden.


Dies &#228;nderte sich von dem Moment meiner HIV Infizierung. Man wu&#223;te ziemlich schnell das HIV &#252;ber ungesch&#252;tzen GV am h&#228;ufigsten &#252;bertragen wurde. Nur bedingte das nicht geichzeitig ein Paradigmenwechsel im Verhalten. 

Vom Kopf her war es mir klar - doch bis ich es umsetzen - praktizieren konnte, bis ich all diese Mauern die in meinem Denken vorhanden waren &#252;berwinden konnte und anfing Verantwortung zu praktizieren, das brauchte seine Zeit. Meine Vorurteile und Vorstellungen die ich mit Sex mit Kondom verband zu &#252;berwinden - das war ein langer, schmerzhafter, von inneren K&#228;mpfen gepr&#228;gter Weg.



Mein Sein in bezug auf meine Sexualit&#228;t und meine HIV Infektion war gepr&#228;gt von der Angst abgelehnt und als Monster - als ein Mensch von dem eine potentielle Gefahr ausgeht - gesehen zu werden. Von der Gesellschaft war kein Verst&#228;ndnis zu erhoffen und Recht auf Sexualit&#228;t zu leben wenn man HIV + war, davon war man in den Anfangsjahren von HIV meilenweit entfernt. Nicht wenige haben auf Grund der Diagnose &quot;Sie sind HIV +&quot; Selbstmord begangen.

Heute - 25 Jahre nach HIV - wei&#223; man da&#223; sich Sexualgewohnheiten Erwachsener oft nur schwer &#228;ndern lassen, ohne da&#223; es dadurch zu St&#246;rungen im sexuellen oder seelischen Bereich kommt. Damals war man ein Gefangener dieser St&#246;rungen. Man lebte sie bzw. sie lebten dich. Das Bed&#252;rfnis seine Sexualit&#228;t zu leben war gepr&#228;gt von Angst und Schuldgef&#252;hlen. Teilweise lebte man das klassische Jekill und Hyde Syndrom. Und man war sich dessen bewu&#223;t. Das war das schlimmste daran.

Es dauerte Jahre bis ich f&#252;r mich meinen Weg fand - bis ich f&#252;r mich Klarheit fand. Irgendwann war das Benutzen eines Kondoms kein Problem mehr f&#252;r mich. Nach dem Beginn meiner Kombi 1997 war meine VL recht schnell unter der Nachweisgrenze. Hin und wieder passierte es das ich vom Gebrauch des Kondoms abwich. Die Folge war aber jedesmal immer wieder ein „Was w&#228;re wenn“. Das Gef&#252;hl das ich mich jedesmal „schlecht f&#252;hlte“ war f&#252;r mich irgendwann nicht mehr akzeptabel. 

Mit der Zeit wurde mir meine k&#246;rperliche und seelische Gesundheit immer wichtiger wurde. Das EKAF Papier war f&#252;r mich ein weiterer Meilenstein. Dennoch was mir immer gegenw&#228;rtig war und heute ist - das ist die vorhandene Angst bei dem anderen Menschen wenn ich im sage das ich HIV + bin.  Auch wenn ich - wir wissen das wir wenn wir unsere Medikamente regelm&#228;&#223;ig nehmen, uns regelm&#228;&#223;ig checken lassen und frei von allen STD´s sind, die Angst die dem anderen sehr oft im Gesicht geschrieben steht, dieser Respekt vor der Angst des Anderen - dieser Respekt vor dem Menschen - bedingt den Griff zum Kondom.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Ondamaris<br />
Wenn ich heute so zur&#252;ckschaue dann komme ich nicht umhin festzustellen das sich meine Wahrnehmung &#8211; mein Verst&#228;ndnis zu meiner Sexualit&#228;t einem Wandel unterzogen hat das sich mit vielem in dem &#8211; was Ihr auf der Bupo festgestellt habt, deckt.</p>
<p>Der gr&#246;&#223;te Brick in the Wall &#8211; die gr&#246;&#223;te Mauer die meinem &#8222;mit mir im Einklang leben&#8220; im Wege stand war dieses &#8222;Mit Kondom ficken ist unnat&#252;rlich&#8220;. Bis zu dem Moment als ich erfuhr das ich HIV + bin, das war 1986, war v&#246;geln ohne Kondom f&#252;r mich &#8222;Normal&#8220;. Std´s wie Tripper oder &#228;hnliches machten mir kein Kopfzerbrechen. Brannte der D&#246;del dann ging man zum Hautarzt &#8211; bekam Penicillin und gut war´s.  Ob &#8211; das ein solches Verhalten was Verantwortung betrifft unreflektiert war sei jetzt mal dahingestellt. Es war schlicht und einfach so.  </p>
<p>Einen nicht unerheblichen Einflu&#223; auf das leben meiner Sexualit&#228;t hatten die 70 ger Jahre. In den Kreisen in denen ich mich bewegte war V&#246;geln so normal wie das Atmen. Man mu&#223; sich die Zeit vor Augen halten. Bis zu dem vermehrtem Auftauchen von HIV in Deutschland hatte sich was Sexualit&#228;t leben betrifft in Deutschland ein Umdenken vollzogen. Kolle und die wilden 70ger &#8211; „Wer zweimal mit der Selben pennt geh&#246;rt schon zum Establishment“ &#8211; haben den Umgang mit der Sexualit&#228;t ver&#228;ndert. Noch Mitte der 60ger Jahre war Sex etwas das im Dunkeln unter der Bettdecke stattfand und das die Frau &#252;ber sich ergehen lie&#223;. Frauen und ein Bed&#252;rfniss ihre Sexualit&#228;t zu entdecken . . .davon tr&#228;umte zu dieser Zeit noch nicht mal Alice Schwarzer. Das &#228;nderte sich erst durch die 68ger Bewegung. Zu diesem Zeitpunkt war ich 18 und alle traditionell vermittelten Verklemmungen, verstaubten Ansichten und Werte waren mir von meinen Altvorderen und der Schule aufoktruiert &#8211; in mir implementiert. Die Hippie Zeit und die 68 ger haben dieses Eis gebrochen. Abends ging man in seine Disco machte die M&#228;dels an oder die M&#228;dels machten einen an. „He ich hab Bock mit Dir zu pennen“ oder wie Zappa es sagte „You´re place or mine“ war auf einmal normal geworden.</p>
<p>Dies &#228;nderte sich von dem Moment meiner HIV Infizierung. Man wu&#223;te ziemlich schnell das HIV &#252;ber ungesch&#252;tzen GV am h&#228;ufigsten &#252;bertragen wurde. Nur bedingte das nicht geichzeitig ein Paradigmenwechsel im Verhalten. </p>
<p>Vom Kopf her war es mir klar &#8211; doch bis ich es umsetzen &#8211; praktizieren konnte, bis ich all diese Mauern die in meinem Denken vorhanden waren &#252;berwinden konnte und anfing Verantwortung zu praktizieren, das brauchte seine Zeit. Meine Vorurteile und Vorstellungen die ich mit Sex mit Kondom verband zu &#252;berwinden &#8211; das war ein langer, schmerzhafter, von inneren K&#228;mpfen gepr&#228;gter Weg.</p>
<p>Mein Sein in bezug auf meine Sexualit&#228;t und meine HIV Infektion war gepr&#228;gt von der Angst abgelehnt und als Monster &#8211; als ein Mensch von dem eine potentielle Gefahr ausgeht &#8211; gesehen zu werden. Von der Gesellschaft war kein Verst&#228;ndnis zu erhoffen und Recht auf Sexualit&#228;t zu leben wenn man HIV + war, davon war man in den Anfangsjahren von HIV meilenweit entfernt. Nicht wenige haben auf Grund der Diagnose &#8222;Sie sind HIV +&#8220; Selbstmord begangen.</p>
<p>Heute &#8211; 25 Jahre nach HIV &#8211; wei&#223; man da&#223; sich Sexualgewohnheiten Erwachsener oft nur schwer &#228;ndern lassen, ohne da&#223; es dadurch zu St&#246;rungen im sexuellen oder seelischen Bereich kommt. Damals war man ein Gefangener dieser St&#246;rungen. Man lebte sie bzw. sie lebten dich. Das Bed&#252;rfnis seine Sexualit&#228;t zu leben war gepr&#228;gt von Angst und Schuldgef&#252;hlen. Teilweise lebte man das klassische Jekill und Hyde Syndrom. Und man war sich dessen bewu&#223;t. Das war das schlimmste daran.</p>
<p>Es dauerte Jahre bis ich f&#252;r mich meinen Weg fand &#8211; bis ich f&#252;r mich Klarheit fand. Irgendwann war das Benutzen eines Kondoms kein Problem mehr f&#252;r mich. Nach dem Beginn meiner Kombi 1997 war meine VL recht schnell unter der Nachweisgrenze. Hin und wieder passierte es das ich vom Gebrauch des Kondoms abwich. Die Folge war aber jedesmal immer wieder ein „Was w&#228;re wenn“. Das Gef&#252;hl das ich mich jedesmal „schlecht f&#252;hlte“ war f&#252;r mich irgendwann nicht mehr akzeptabel. </p>
<p>Mit der Zeit wurde mir meine k&#246;rperliche und seelische Gesundheit immer wichtiger wurde. Das EKAF Papier war f&#252;r mich ein weiterer Meilenstein. Dennoch was mir immer gegenw&#228;rtig war und heute ist &#8211; das ist die vorhandene Angst bei dem anderen Menschen wenn ich im sage das ich HIV + bin.  Auch wenn ich &#8211; wir wissen das wir wenn wir unsere Medikamente regelm&#228;&#223;ig nehmen, uns regelm&#228;&#223;ig checken lassen und frei von allen STD´s sind, die Angst die dem anderen sehr oft im Gesicht geschrieben steht, dieser Respekt vor der Angst des Anderen &#8211; dieser Respekt vor dem Menschen &#8211; bedingt den Griff zum Kondom.</p>
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		<title>Von: Herbie</title>
		<link>http://www.ondamaris.de/?p=7687#comment-7350</link>
		<dc:creator><![CDATA[Herbie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 10:28:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Gratuliere!

Es wird so viel Bl&#246;dsinn im Internet &#252;ber das Thema geschrieben, sodass es richtig eine Wohltat war wieder einmal etwas sachliches &#252;ber den Umgang mit dem Thema zu lesen. Ausserdem war wirklich interessant wie sich die verschiedenen Meinungen und Probleme der Betroffenen (darunter auch ich) decken und jeder irgendwie sich mit den selben Gedanken herumschl&#228;gt, sodass es wirklich gut tut, die Satements von diesem Workshop zu lesen. Danke!]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Gratuliere!</p>
<p>Es wird so viel Bl&#246;dsinn im Internet &#252;ber das Thema geschrieben, sodass es richtig eine Wohltat war wieder einmal etwas sachliches &#252;ber den Umgang mit dem Thema zu lesen. Ausserdem war wirklich interessant wie sich die verschiedenen Meinungen und Probleme der Betroffenen (darunter auch ich) decken und jeder irgendwie sich mit den selben Gedanken herumschl&#228;gt, sodass es wirklich gut tut, die Satements von diesem Workshop zu lesen. Danke!</p>
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