Geld: ethisch spekulieren gegen Aids?

In Unternehmen investieren, die sich global gegen Aids einsetzen, und das als Geldanlage – der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria wird zum Finanzanlage-Produkt.

Anleger sollten, berichten Fachmedien und Anlage-Portale,

„mit dem DB X-Trackers Global Fund Supporters ETF (DR) (IE00B46F7724) in Unternehmen, die den Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria finanziell unterstü̈tzen.“

Dies solle geschehen, indem die Einnahmen aus dem Fonds nach Abzug der Kosten (jährliche Verwaltungsgebühr 0,25%) dem Fonds zur Verfügung gestellt werden.

„Die Einnahmen von db X-trackers aus der Managementvergütung, nach Abzug der Kosten für die Verwaltung des Fonds, fließen an den Global Fund. … „Indem wir den Dow Jones Global Fund 50 Index als ETF verfügbar machen, wird er für jeden investierbar. Wir unterstützen den Global Fund und sein Bemühen voll und ganz, diese Krankheiten zu bekämpfen. Daher freuen wir uns, mit den direkten Einnahmen aus dem ETF einen Beitrag dazu leisten zu können“, sagt Thorsten Michalik, verantwortlich für db X-trackers.“ [Quelle]

Die Deutscher Bank selbst betont

„Seit Anfang Januar 2007 bietet die Deutsche Bank AG über db x-trackers Exchange Traded Funds (ETFs) an und ist derzeit der schnellstwachsende ETF-Anbieter in Europa.“

Der neue ETF der Deutschen Bank bildet dabei den ‚Dow Jones Global Fund 50 Index to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria‘ ab. Zum Auflegen dieses Indexes hat Dow Jones Anfang März 2010 eine entsprechende Vereinbarung mit dem Globalen Fonds geschlossen.

Dow Jones sah schon damals sein Engagement nicht ganz so altruistisch:

„Both, The Global Fund and Dow Jones Indexes, hope to benefit from this collaboration. … Dow Jones Indexes intends to add to its range of socially-conscious indexes that will complement its increasingly diverse range of products.“

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siehe auch:
Dow Jones 04.03.2010: The Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis & Malaria, Dow Jones Indexes Sign Memorandum to Explore Creation of Co-Branded Indexes
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3 Gedanken zu „Geld: ethisch spekulieren gegen Aids?“

  1. Ethik und Spekulation? Zwei Begriffe, Worte, die für mich nicht zusammenpassen, sich ausschliessen.
    Und mein Empfinden, was das Thema im Ganzen betrifft war: Nein!

    Dennoch:
    Kann man Einnahmen ablehnen, mit denen Leben gerettet werden kann? Verfluchte Frage.
    Andererseits wissen die Banken seit Jahren schon sehr genau, dass man mit aids und anderen Krankheiten viel Geld machen kann. Und nicht nur sie.
    Beispiel:
    Das weitaus höchste Jahreseinkommen in Frankreich (fast 10 Mill. Euro) hat der Generaldirektor eines Pharma-Konzerns. (In allen franz. Zeitungen nachzulesen.)

    Trotz allem:
    für Ulli – und seine Leser – frohe Feiertage und ein Glückliches Neues Jahr.
    Manfred

  2. tja, wenn die banken die ja zum teil auch anteilseigner von versicherungen sind anfangen würden lebensversicherungen zu bezahlbaren beiträgen ins leben zu rufen, dann könnte man auch über so etwas nachdenken.

    anselm grün der für die finanzen der Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach verantwortlich ist, gibt über die ethik von geldanlagen seminare bzw hat da das eine oder adnere buch dazu geschrieben. einer der wenigen männer die sehr „offen“ in ihrem denken sind und sich deswegen auch das eine oder andere mal ein „wörtchen“ hat anhören müssen. 😉

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