EKAF-Statement, Reaktionen und Folgen

„Eine HIV-infizierte Person ohne andere STD unter einer antiretroviralen Therapie (ART) mit vollständig supprimierter Virämie … ist sexuell nicht infektiös“ – dies ist die Kern-Botschaft eines Statements, das die Eidgenössische Aids-Kommission EKAF im Januar 2008 veröffentlichte. Und das seitdem für Diskussionen sorgt.

Eine Auswahl von Texten auf www.ondamaris.de hierzu:

EKAF-Statement und Debatten

Das Statement der Eidgenössischen Aids-Kommission keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs und Reaktionen darauf Infektiosität unter Therapie: Reaktionen.
Das EKAF-Statement ist so neu inhaltlich eigentlich nicht: schon 2007 heißt es Transmissionsrisiko unter HAART vernachlässigbar klein. Und doch, die Autoren sehen sich immer wieder zu Stellungnahmen genötigt Prof. Hirschel präzisiert.

Es folgt u.a. Die Debatte um die Infektiosität. Wird das Statement später gesehen als Zeitenwende 2008?
Wie sieht die Realität aus? Infektiosität von erfolgreich behandelten Positiven – Theorie und Praxis.
Doch – auch Mythen kennzeichnen die Realität: Virus-Mythos 1: verantwortungslose Positive; Virus-Mythos 2: verantwortungslose Schwule.

Zu lebhaften Debatten kam es bei den Münchner Aids-Tagen mehr Mut, weniger Aufregung!, und schon die Eröffnungsveranstaltung spricht über EKAF schneller als vorgestellt.
Auch auf einer Podiumsdiskussion bei HIV im Dialog 2008 wurde diskutiert EKAF im Alltag – Drohkulisse oder Chance?.

Und nach zwei Jahren? Prof. Vernazza und Armin Schafberger (DAH) im Gespräch: 2 Jahre EKAF-Statement – eine Bilanz

Oktober 2010: Auch DAIG und dagnä beziehen Position: „DAIG: Positive Stellungnahme zum EKAF-Statement zur Infektiosität von antiretroviral behandelten HIV-Patienten“ und „dagnä: Position zum EKAF-Statement

Und es kommt auch zu praktischen Konsequenzen: „mit HIV beim Zahnarzt: gemeinsame Stellungnahme von DAIG und DAGNÄ„.

Reaktionen aus der Aidshilfe

– Rede Maya Czajka; Artikel aus ‚info #44‘ Bedeutung von ’sART ohne STD‘ – Infektiosität: Angst und Entlastung,
– Beschluss des DAH-Delegiertenrats vom März 2008 Neue Wege sehen – neue Wege gehen!,
– der erste Salon Wilhelmstrasse der DAH diskutiert im März ein schweizer Meilenstein,
– Positionspapier von Vorstand und Geschäftsführung der DAH vom Juni 2008 Alles wird anders und alles bleibt gleich! – Die Bedeutung der HIV-Viruslast für die Prävention.
DAH-Vorstand schließt sich Mexiko-Manifest an
– Positionspapier des Vorstands der DAH HIV-Therapie und Prävention – Stellungnahme der DAH
– April 2009: abschließendes Positionspapier der Deutschen Aids-Hilfe: HIV-Therapie und Prävention – Positionspapier der Deutschen AIDS-Hilfe, auch in englischer Sprache.

Reaktionen aus Positiven-Selbsthilfe

Endlich spricht jemand das aus, kommentiert Bernd Aretz,
– und Netzwerk plus: ‚Lebensnahes Risikomanagement‘.
ich weiss was ich tu!, heißt es in der Resolution von Positiven anlässlich der Frankfurter Ethik-Konferenz
– und auf der Welt-Aids-Konferenz 2008 in Mexiko Stadt befasst sich damit das Mexico Manifest der Menschen mit HIV und Aids.

Reaktionen der Politik

Das darf man doch nicht laut sagen, heißt es zunächst,
– und BZgA, RKI und DAH reagieren mit einer gemeinsamen Presseerklärung, nach der sich viele fragen vorwärts immer, rückwärts nimmer?.
– später beschließt die Bundesregierung: EKAF hat keine Auswirkungen auf HIV-Prävention.

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Auch 2015 kann ‚Safer Sex ohne Kondom‚ noch Aufregungen verursachen …

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