Dallas Buyers Club – Spielfilm über Ron Woodruff

Dallas Buyers Club – unter diesem Titel verfilmt Hollywood die Geschichte von Ron Woodruff – und erinnert an ein beinahe vergessenes Kapitel des Kampfes gegen Aids: die Buyers Clubs.

Matthew McConaughey in der Hauptrolle spielt in “ Dallas Buyers Club “ Ron Woodruff, den Gründer des ‚Dalles Buyers Club ‚.

Matthew McConaughey 2011 bei den 83. Academy Awards (Foto: David Torcivia)
Matthew McConaughey 2011 bei den 83. Academy Awards (Foto: David Torcivia)

Ein genannter ‚ Buyers Club ‚ war eine Einrichtung, die wohl nur wenigen (und auch nur noch wenigen HIV-Positiven) heute bekannt ist. In Zeiten, als noch keine oder nahezu keine Medikamente gegen HIV verfügbar waren, stellten Buyers Clubs insbesondere (aber nicht nur) in den USA eine Form dar, selbst aktiv zu werden. Substanzen, denen ein Nutzen gegen HIV oder zur Verbesserung der Lebenssituation mit HIV nachgesagt wurde, wurden gemeinsam (meist als -non-profit-Organisation) beschafft – um den Preis niedrig zu halten, oder die Substanzen überhaupt erst zugänglich zu machen. Oftmals handelte es sich um Präparate aus dem Bereich der ‚Alternativen Heilverfahren‘ oder um ‚Nahrungsergänzungsmittel‘. Vereinzelt wurden aber auch Grundsubstanzen importiert (oft aus Mexiko), um zu versuchen antiretrovirale Substanzen, die noch nicht zugelassen waren und nur schwierig über Studien zugänglich waren, selbst herzustellen und so verfügbar zu machen für diejenigen, die sie dringend benötigten.

Einer dieser Buyers Clubs war der Dallas Buyers Club . Ron Woodruff, Gründer des Dallas Buyers Club , ist heterosexuell. Und wurde selbst 1986 HIV-positiv getestet. Seine Ärztin (im Film: Hilary Swank) teilt den Texaner mit, er habe noch 30 Tage zu leben. Die Kriterien, um in eine Studie mit AZT,  dem gerade in Entwicklung befindlichen ersten Aids-Medikament zu kommen, erfüllt er nicht. So sieht er sich auf dem Schwarzmarkt um. Als er feststellt, dass sich sein Zustand unter (dem damals wesentlich höher dosierten) AZT eher verschlechtert als verbessert, wendet er sich der Alternativ-Medizin zu. Und beginnt mit dem (illegalen) Import von Kräuter-Präparaten, zunächst für sich, bald auch für andere HIV-Positive.

Woodruff selbst wurde zu etwas wie einer „Aids-Schmuggler-Legende“ – und wurde 1992 inhaftiert wegen illegalen Medikamenten-Handels. Ganz nebenbei entwickelt sich der egozentrische und zu Beginn sehr homophobe Woodruff zu einem Aktivisten HIV-Positiver, mit transsexuellen Angestellten (so der Film).

Dallas Buyers Club – der Film wird (nach einigenJahren Vorarbeiten und Finanzierungs-Problemen) 2012 gedreht unter der Regie von Jean-Marc Vallée, Hauptdarsteller Matthew McConaughey und Hilary Swank. In die Kinos kommen soll der Film 2013.

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Advocate 25.07.2012: Matthew McConaughey Wants to Snuggle With Stephen Colbert
LA Times 07.06.2012: No ‚Butler‘ for Matthew McConaughey; ‚Dallas Buyer’s Club‘ advances
Content Media: The Dallas Buyers‘ Club

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Back on Board – Doku über Greg Louganis geplant – Trailer

‚ Back on Board ‚ lautet der Titel einer neuen Dokumentation über das Leben des vierfachen Olympia-Siegers Greg Louganis.

Mehrfacher Olympia-Sieger, fünf Weltmeister-Titel, offen schwul, offen HIV-positiv – Greg Louganis hat bereits jetzt einen beeindruckende Bilanz vorzuweisen. Nun wird sein Leben portraitiert – in der neueen Dokumentation “ Back on Board „. Unter der Regie von Cheryl Furjanic wird die Doku produziert von Will Sweeney; die Dreharbeiten haben bereits letztes Jahr begonnen. Erscheinen soll die (teilweise über Crowdfunding finanzierte) Doku 2013 – zum 25-jährigen Jubiläum von Louganis‘ spektakulärem Doppel-Erfolg.

Mit 16 gewann Gregory ‘Greg’ Efthimios Louganis seine erste olympische Medaille (Silber) – 1988 war er der erste Sportler überhaupt, dem es gelang, bei zwei aufeinander folgenden Olympischen Spielen jeweils Doppel-Olympiasieger im Turmspringen zu werden.

Bei den Olympischen Spielen 1988 ging Louganis noch nicht offen mit seiner HIV-Infektion um – der Gastgeber der Olympischen Spiele war Südkorea, ein Staat, der seinem Freund Ryan White als HIV-Positivem die Einriese verweigert hätte. 1994 teilte Luganis offiziell mit, seit 1988 von seiner HIV-Infektion zu wissen.

1988 beendete Greg Louganis seine aktive sportliche Laufbahn, arbeitet fortan als Schausspieler, Tänzer und Autor. Darüber hinaus engagierte er sich als Botschafter für die ‘gay games’ sowie im Kampf gegen Aids.

Greg Louganis war auch Vorbild für den Olympia Silbermedaillen-Gewinner Ji Wallace, der Anfang August 2012 seine HIV-Infektion öffentluich machte.

Louganis selbst hatte in einem Interview im August 2012 erzählt, er habe bei seiner HIV-Diagnose damals „nicht gedacht noch 30 Jahre alt zu werden„. Louganis, der im Alter von 28 Jahren von seiner HIV-Infektion erfuhr, ist heute 52 Jahre alt.

Cheryl Furjanic und Will Sweeney stellen den Trailer des Films vor:

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Advocate 19.08.2012: Greg Louganis Subject of New Documentary

Trailer: Aids-Doku “ How to survive a plague ”

“ How to survive a plague ” – ein weiterer Dokumentarfilm über Aids- und Therapieaktivimus kommt in den USA in die Kinos.

“ How to survive a plague ” – ein Film über Aids-Aktivismus und Aids-Therapieaktivismus in den USA Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre. Beginnend beim ‘Treatment and Data Committee’ von ACT UP New York, weiter über die erregten Diskussionen und Probleme, die (auf dem Höhepunkt der Aids-Krise) zur Abspaltung der ‘Treatment Action Group’ (TAG) von ACT UP führten, bis hin zu den großen Therapie-Durchbrüchen Mitte der 1990er Jahre.

Hier der Trailer:

Parallel läuft derzeit in US-Kinos auch der Dokumentarfilm „“United in Anger: A History of ACT UP”, siehe hierzu ondamaris 26.04.2012: erstmals in Europa: “United in Anger: A History of ACT UP” sowie die Filmkritik von Manuel Schubert auf ondamaris 31.07.2012: erstmals in Europa: “United in Anger: A History of ACT UP” .

Zeitlich beginnt “ How to survive a plague “ damit etwa dort, wo „United in Anger“ aufhört – an einem Punkt, an dem wesentliche Trennlinien des Aids-Aktivismus deutlich werden.

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Inzternetseite ‚HOW TO SURVIVE A PLAGUE

Dale Olson gestorben – er überzeugte Rock Hudson, sein Aids publik zu machen

Dale Olson, Journalist und PR-Experte, starb am 9. August 2012 im Alter von 78 Jahren in Los Angeles.

Dale Olson vertrat im Verlauf seiner Karriere u.a. Stars wie Marilyn Monroe, Laurence Olivier und Shirley MacLaine.

Am bekanntesten wurde Olson vermutlich durch seine Funktion als Sprecher von Rock Hudson zu der Zeit, als der Hollywood-Schauspieler an Aids erkrankte.

Olson überzeugte Medienberichten zufolge Hudson, offen mit seiner Aids-Erkrankung umzugehen. Hudson hatte zunächst mitteilen lassen, er sei an Leberkrebs erkrankt. Olson machte ihm klar, er habe eine tödliche Erkrankung, die viele Menschen angehe – und er habe die Chance derjenige zu sein, der dies den Menschen bewusst mache:

„I spoke to him and said, ‚You have a terminal disease. This is going to affect a lot of people. And you can be the person who can make people aware of it.'“

Die Nachricht, die Rock Hudson bei einer von der 2011 verstorbenen Schauspielerin Elizabeth Taylor veranstalteten Aids-Benefiz-Gala 1985 von Schauspieler-Kollegen Burt Lancaster verlesen ließ (und die Dale Olson verfasst hatte), sorgte für Aufsehen – erstmals teilte ein Hollywood-Star mit, an Aids erkrankt zu sein:

„I am not happy that I am sick. I am not happy that I have AIDS, but if that is helping others, I can, at least, know that my own misfortune has had some positive worth.“

Rock Hudson starb wenige Wochen später am 2. Oktober 1985.

Dale Olson erlag den Folgen eines Leber-Krebs. Er hinterlässt seinen Mann Eugene Harbin, der seit über 30 Jahren sein Lebenspartner ist und den er 2008 heiratete.
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LA Times 09.08.2012: Dale Olson, publicity agent for Rock Hudson, other stars, dies at 78
Advocate 09.08.2012: Dale Olson, Spokesman For Rock Hudson During His Illness, Dies

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UNITED IN ANGER : A HISTORY OF ACT-UP

Der Dokumentarfilm ‚United in Anger : A history of ACT UP‘ hatte am 26. Juni 2012 in Berlin europäische Erstaufführung.

Zu diesem Film eine Kritk als Gastbeitrag von Manuel Schubert / Filmanzeiger:

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UNITED IN ANGER: A HISTORY OF ACT-UP

Im ersten Entwurf dieses Textes gab es einen längeren Prolog, der allgemeine zeitgeschichtliche Informationen zu HIV/AIDS in unseren Gesellschaften beinhaltete, konkretisiert am Beispiel der sozialen Bewegung „Act-Up„. Es ist einigermaßen Unfug in einer Rezension über eine Geschichts-Dokumentation, um nichts Anderes handelt es sich bei Jim Hubbards UNITED IN ANGER: A HISTORY OF ACT-UP, eine historische Abhandlung voran zustellen. Entweder leistet der Film diese Aufgabe oder eben nicht. Geht man mit keinem oder wenig Wissen über die Gruppe „Act-Up“ in diesen Film, so kommt man relativ umfassend wieder heraus. Jim Hubbards Werk erfüllt so gesehen seinen Zweck. Dies muss es auch, schließlich hat er es im Rahmen eines größeren Projekts zur Geschichtsschreibung der „Act-Up“-Bewegung realisiert.

„Act-Up“ – das waren Mitte der 80er Jahre wenige Dutzend Aktivisten in New York und San Francisco, die im Angesicht des Massensterbens ihrer Freunde, Bekannten und Angehörigen an den Folgen der AIDS-Krankheit, etwas tun wollten. Schnell wuchs die kleine Gruppe zu einer ganze Bewegung mit Hunderten Aktivisten überall in den USA. Es ging um Aufmerksamkeit und öffentlichen Druck auf Verantwortliche, damit das Leiden der Kranken wenn schon nicht beendet, so doch wenigstens gelindert werden konnte.

Act Up - Graffito an der Westseite der Berliner Mauer, 2008 (Foto: Gary dee)
Act Up - Graffito an der Westseite der Berliner Mauer, 2008 (Foto: Gary Dee)


Chronologisch arbeitet Jim Hubbard wegweisende Höhepunkte in der Geschichte von „Act-Up“ heraus. Sei es die Besetzung der Wall Street oder der Sturm auf die US-Pharmabehörde FDA, mit dem Zweck die jahrelangen Verfahren der Medikamentenzulassung massiv zu beschleunigen. Wir sehen Found-Footage, wir hören Protagonisten der Zeit bei ihren Erzählungen des Erlebten. Um es freundlich zu formulieren, dieser Film ist … Nein, hier möchte ich nicht mehr freundlich sein. Dafür umso deutlicher.

Werke wie UNITED IN ANGER haben an Orten, die auch nur ansatzweise einem Kino ähnlich sehen, nichts zu suchen! Es ist leider eine schlechte Angewohnheit im zeitgenössischen US-Dokumentarfilm, sich den dramaturgischen und formalen Prämissen des Fernsehens allzu sehr zu unterwerfen. Hat man eines dieser Werke gesehen, hat man sie alle gesehen. Die Themen kommen und gehen, die Form bleibt stets dieselbe: Found-Footage, gezoomte Fotos und Veteranen irgendeiner Zeit, die, vor mehr oder weniger abstraktem Hintergrund sitzend, ihre Berichte abliefern. Angesichts dieser unsäglich platten, uninspirierten und enervierend drögen Uniformität ist es fast unvorstellbar, daß die USA die Heimat des „Direct Cinema“ sind. Dass in diesem Land einmal großartige Filmemacher wie Robert Drew, die Gebrüder Maysles, D.A. Pennebaker oder Richard Leacock tätig waren, und heute noch James Benning und Frederick Wiseman ihre Filme drehen. Alle hier genannten haben ihre Arbeiten mit geringsten Mitteln und auf einfachste Weise realisiert, dabei aber eine dokumentarische Form entwickelt, die an Unmittelbarkeit, Glaubwürdigkeit, Respekt vor dem Intellekt des Publikums und an kinematografischem Verständnis nichts zu wünschen übrig ließ und lässt.

Sowohl die Geschichtsschreibung der Schwulenbewegung als auch die Aufarbeitung der Geschichte der Anti-AIDS-Bewegung finden nachwievor im Kino keine auch nur ansatzweise brauchbare Form, es regieren der History-Channel und die HBO-Doku von der Stange; schmerzhaft mit anzusehen.

Jim Hubbard, Regisseur von "United in Anger: A History of ACT UP" bei der europäischen Uraufführung am  26. Juni 2012 in Berlin
Jim Hubbard, Regisseur von "United in Anger: A History of ACT UP" bei der europäischen Uraufführung am 26. Juni 2012 in Berlin

Besonders negativ stößt hierbei im HIV/AIDS-Kontext die „Veteranisierung“ auf. Alles, was noch lebt, wird vor die Kamera gezerrt. Um des tragischen Eindrucks willen sind die Schreckensbilder abgemergelter und siechender junger Männer in ihren Betten dazwischen geschnitten. Seht, wir haben gelitten aber überlebt! Seht, unsere Freunde sind so grauslich gestorben. Unwillkürlich fragt man sich, was da für ein Andenken gepflegt wird? Das an die Verstorbenen oder das an das Glück, vom Schicksal verschont geblieben zu sein?Wenn alles, was die AIDS-Krise übrig gelassen hat, aus wenigen Handvoll verheulter und erinnerungsschwerer Veteranen besteht, dann hat das Virus nicht nur Tausende Menschen umgebracht. Geist und Intellekt der schwulen Bewegungen wurden durch HIV ebenfalls ausgerottet. Oder wie es die Autorin Fran Lebowitz sinngemäß formulierte, „hat AIDS eben nicht jene getötet, die brav und an die Norm angepasst vor sich hinlebten. Dem Virus sind die Freigeister, die Intellektuellen, die Künstler und ihr Publikum zum Opfer gefallen. Beinahe über Nacht verschwanden diese Menschen von der Bildfläche, was selbst in Städten wie New York einen nachhaltigen kulturellen Wandel verursachte.“

Freilich, „Act-Up“ hatte nachhaltigen Erfolg, von dem selbst die heutige „Occupy“-Bewegung“ zehrt. Gerechterweise muss man Jim Hubbard zugestehen, dass sein Film UNITED IN ANGER dies anklingen lässt. Darüber hinaus findet sich nicht viel in diesem Werk. Erst recht nichts, was nicht auch ein Wikipedia-Artikel leisten könnte. Dem Kino bleibt eine adäquate dokumentarische Auseinandersetzung mit dem Virus weiterhin versagt.

UNITED IN ANGER: A HISTORY OF ACT-UP
USA 2012
Dokumentarfilm
90 Minuten
Regie: Jim Hubbard
Buch: Jim Hubbard, Ali Cotterill
Kamera: James Wentzy
Schnitt: Ali Cotterill
Siehe auch den Text: „Gedenkendlosmontage“ zu WE WERE HERE (USA 2012).
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Danke an Manuel für den Gastbeitrag!

Felix-Rexhausen-Preis 2012 für ‚Der Aids-Krieg‘

Für seine Dokumentation ‚Der Aids-Krieg‘ erhält Jobst Knigge den Felix-Rexhausen-Preis 2012. Der Preis wird seit 1998 jährlich vom Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ) verliehen.

Der BLSJ begründet

„Autor Jobst Knigge stellt Erinnerungen von Zeitzeugen Archivaufnahmen gegenüber, ergänzt durch bislang nie gezeigte Privat-Fotos und Filme. Zu Wort kommen Menschen, die in den 1980er-Jahren plötzlich und unvorbereitet mit dem Thema Aids konfrontiert wurden, sei es als Infizierte, als verantwortliche Politiker oder als Betreuer von Sterbenden. Knigge gelingt es auf anrührende und zugleich informative Weise, an die Jahre nach dem Aufkommen der Immunschwächekrankheit zu erinnern. Spannend erzählt, beleuchtet die Dokumentation eine Zeit, in der erstmals in aller Öffentlichkeit über schwulen Sex gesprochen wurde und in der lange nicht klar war, wie “Der Aidskrieg” ausgehen würde – ob zum Beispiel im Kampf um geeignete Maßnahmen gegen die Epidemie demokratische Grundrechte auf der Strecke bleiben würden.“

Die Preise wurden am 14. Juli 2012 in München überreicht.

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BLSJ 14.07.2012: Felix-Rexhausen-Preis 2012: Nomierungen stehen fest
WDRdok: Der Aids-Krieg

„30 Years from here“ – Aids-Doku für Emmy nominiert

Die Dokumentaion „30 Years from here“ ist für die Emmy Awards nominiert. Die TV-Dokumentation schildert 30 Jahre Kampf gegen und Leben mit Aids, mit Schwerpunkt auf New York.

Regisseur Josh Rosenzweig lässt in „30 Yeards from here“ Ärzte, Aktivisten und weitere Zeitzeugen zu Wort kommen.

It is a unique combination of interviews from medical experts, activists, and everyday people who were here on the ground in the early ’80s, working and living with this epidemic all around them — and these are the stories that we have not heard.  We also felt that we wanted and needed to present the story in a somewhat matter-of-fact manner and let it speak for itself. Therefore, it is somewhat devoid of sentimentality. It’s not brutal, but I would say it is very frank.

Die Erstausstrahlung des Films war im Dezember 2011; er wurde bisher im US-Fernsehen gesendet. Die 39. ‚Annual Daytime Emmy Awards‘ werden am 23. Juni vorgestellt. Der „Emmy“ ist der bedeutendste Fernsehpreis der USA.

Zwei weitere neue Dokumentarfilme beschäftigen sich mit der (US-) Geschichte des Aids-Aktivismus, beide mit deutlichem Fokus auch auf ACT UP und Therapie-Aktivismus: „How to survive a plague“ sowie “United in Anger: A History of ACT UP”, der erstmals am 26. Juni in Europa (in Berlin) zu sehen ist.

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weitere Informationen:
Advoctae 09.05.2012: Acclaimed AIDS Documentary Nominated For Emmy Award
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erstmals in Europa: „United in Anger: A History of ACT UP“

ACT UP wird 25 – und kommt ins Kino. Erstmals bietet sich im Juni 2012 in Berlin die Möglichkeit, den Dokumentarfilm ‚United in Anger: A History of ACT UP‘ zu sehen.

Im Rahmen der Lecture Series ‚Talking Eyes‘ wird der Film ‚United in Anger: A History of ACT UP‚ am 26. Juni 2012 erstmals in Europa zu sehen sein, am

26. Juni 2012
19:30 Uhr
Kino Babylon Mitte Berlin

„United in Anger: A History of ACT UP is the first feature-length documentary about how ACT UP (the AIDS Coalition to Unleash Power), a small group of men and women of all races and classes, came together to change the world and save each other’s lives. The film takes the viewer through the planning and execution of a dozen exhilarating major actions including Seize Control of the FDA, Stop the Church, and Day of Desperation, with a timeline of many of the other zaps and actions that forced the U.S. government and mainstream media to deal with the AIDS crisis. UNITED IN ANGER reveals the group’s complex culture – meetings, affinity groups, and approaches to civil disobedience mingle with profound grief, sexiness, and the incredible energy of ACT UP.“

United in Anger: A History of ACT UP
United in Anger: A History of ACT UP

„Jim Hubbard, who is a co-founder of MIX – the New York Lesbian and Gay Experimental Film/Video Festival is still working on the „ACT UP Oral History Project“ and among his 19 other films are Elegy in the Streets (1989), Two Marches (1991), The Dance (1992) and Memento Mori (1995). „United in Anger“ which he coproduced with critical acclaimed author Sarah Schulman presents video activism and audiovisual testimonies as one way to think about the figure of the “talking eye.” „

Die Lecture Series ‚Talking Eyes‘ wird angeboten von der Arbeitsgruppe ‚Visual Culture‘ des Graduiertenkollegs ‚Geschlecht als Wissenskategorie (Gender as Category of Knowledge)‘ an der Humboldt-Universität Berlin.

Ein weiterer Film über ACT UP, “How to survive a plague”, der erste Dokumentarfilm über Aids- und Therapieaktivimus hatte jüngst Premiere auf dem Sundance Film Festival. Bisher ist nicht bekannt, ob der Film einen Verleih in Euroapa hat.

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Danke für den Hinweis an filmanzeiger

‚Tribute von Panem‘ – Star Josh Hutcherson: „Zwei meiner Onkel starben an Aids“

US-Schauspieler Josh Hutcherson, Star in ‚Die Tribute von Panem – The Hunger Games‘, hatte zwei schwule Onkel, die beide an den Folgen von Aids starben.

„Ich hatte zwei  schwule Onkel, die beide in den frühen Jahren der Epidemie an den Folgen von Aids starben“, berichtete der 19-jährige Josh Hutcherson dem Magazin ‚E!Online‘. Beide seien ungefähr zu der Zeit gestorben, als er geboren wurde. Joshua Ryan Hutcherson wurde am 12. Oktober 1992 in Union, Kentucky (USA) geboren.

„They were in their early thirties, in great shape, but unfortunately they were taken away from us too soon. Both passed away at about the time I was born.“

Josh Hutcherson bei der Premiere von 'The Mysterious Island' in Sydney, Januar 2012 (Quelle: Josh Hutcherson)
Josh Hutcherson bei der Premiere von 'The Mysterious Island' in Sydney, Januar 2012 (Quelle: Josh Hutcherson)

Hutcherson enagiert sich für die Rechte von Lesben und Schwulen in den USA. Dies sei ihm eine Herzensangelegenheit:

„My mom has always been a big advocate, especially in the gay, lesbian, transsexual and bisexual community so for me it’s always been a part of my soul.“

Am 21. April 2012 wurde Hutcherson als jüngster Preisträger überhaupt bei den 23. GLAAD Media Awards mit dem ‚Vanguard Award‘ ausgezeichnet.

Hutcherson wurde 2004 bekannt durch seine Rolle in ‚Der Polarexpress‘ und spielte u.a. 2008 zusammen mit Brendan Fraser in ‚Die Reise zum Mittelpunkt der Erde‘. 2012 spielt er die Rolle des Peeta Mellark in der Verfilmung des Bestsellers ‚Die Tribute von Panem‘. ‚Die Tribute von Panem – The Hunger Games‘ (2012; Originaltitel: ‚The Hunger Games‘) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film, der auf dem Werk ‚Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele‘ von Suzanne Collins basiert.

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weitere Informationen:
eonline 19.04.2012: Hunger Games‘ Josh Hutcherson Opens Up on Gay Rights: „I Had Two Uncles Die From AIDS“
queer.de 22.03.2012: Kinostart „Die Tribute von Panem“ – Straight but not narrow: Josh Hutcherson und Liam Hemsworth
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„How to survive a plague“ – Dokumentation über Aids- Therapieaktivismus hat Premiere (akt.)

„How to survive a plague“ – der erste Dokumentarfilm über Aids- und Therapieaktivimus hat am kommenden Sonntag Premiere auf dem Sundance Film Festival .

Es war eine Zeit, in der Tausende HIV-Positive und Aids-Kranke starben. In der Hunderte auf die Straßen gingen und protestierten. In der ACT UP entstand. In der es keine Medikamente gegen HIV gab, oder später nur Medikamente, die nicht lange wirksam waren und heftigste Nebenwirkungen haben konnten. Es war eine zeit, in der HIV-Positiver selbst die Initiative ergriffen, aktiv wurden, sich engagierten – eine Zeit, in der aus dem Aids-Aktivismus der Therapie-Aktivismus entstand.

Diese Zeit, ihre Problemen und Bruchlinien, diese Entwicklung vom Aids-Aktivismus der ACT UP – Gruppen hin zum Aids- Therapieaktivismus von Gruppen wie TAG steht im Mittelpunkt des Films „How to survive a plague“, der am kommenden Sonntag (22. Januar 2012) auf dem US- Sun Dance Film Festival Premiere hat.

Ein Film über Aids-Aktivismus und Aids-Therapieaktivismus in den USA Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre. Beginnend beim ‚Treatment and Data Committee‘ von ACT UP New York, weiter über die erregten Diskussionen und Probleme, die (auf dem Höhepunkt der Aids-Krise) zur Abspaltung der ‚Treatment Action Group‘ (TAG) von ACT UP führten, bis hin zu den großen Therapie-Durchbrüchen Mitte der 1990er Jahre.

How To Survive A Plague (Regie: David France)
How To Survive A Plague (Regie: David France)

Die Initiatoren selbst beschrieben ihren Film wie folgt:

„How To Survive A Plague“ is the untold story of the efforts that turned AIDS into a mostly manageable condition – and the improbable group of young men and women who, with no scientific training, infiltrated government agencies and the pharmaceutical industry, and helped identify promising new compounds, moving them through trials and into drugstores in record time. These drugs saved their lives and ended the darkest days of the epidemic, while virtually emptying AIDS wards in American hospitals.

These activists’ efforts created a paradigm for patient empowerment and health care activism that has since been replicated in the fight against many other diseases from breast cancer to heart disease. And as AIDS spread to Africa, India, and Asia, these activists helped open local groups, exporting AIDS activism to press for better, and more accessible, treatment.

Their story stands as a powerful inspiration to future generations, a road map, and a call to arms. Science has yet to find a cure, and without rejuvenated vigilance, transmission is on the rise – most remarkably, among young gay men who are ignorant of how AIDS activists beat back a plague, and along the way changed the world.“

Regie führte New York Times – Autor David France, der seit 1982 zu HIV und Aids schreibt. „How to survive a plague“ ist sein erster Film. France arbeitet zur Zeit an einer „Geschichte von Aids“, die 2013 in den USA erscheinen soll.

Peter Staley, Gründer der US-Internetsite aidsmeds.com (1999) und Gründungsmitglied von ACT UP New York (1987) sowie der Treatment Action Group (1992), der den Film vorab sehen konnte, betont, der Film zeige die eine Seite (TAG), und er warte schon auf den Film „United in Anger“, der die Geschichte von ACT UP zeigen werde.

„I found it almost impossible to view the film objectively. It brought me back to those years like nothing else I’ve seen (…) It took thousands of deaths before we were angry enough to hit the streets, and I remain amazed by the movement’s resilience during the carnage that followed.
I suspect that this film will reopen old wounds for some from the infighting that led to T&Ds split from ACT UP, and the founding of TAG. We largely fell into two camps at the time, and for the most part, the film tells the story of those on just one side of that divide.“

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Aktualisierung
23.01.2012, 20:30: Regisseur David France zu seinem Film auf den Sundance Film Festival:

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Peter Staley betont in seiner Besprechung, beide Filme, sowohl „How to survive aplague“ als auch „United in Anger“ hätten wohl große Hürden zu überwinden – die meisten Menschen wollten heute kaum noch etwas über Aids hören, auch die meisten Schwulen nicht.

„Both of these films have a huge wall of resistance to climb – sadly, most folks don’t want to hear about AIDS these days, even most gay folks.“

Umso wichtiger, dass es solche Filme gibt – auch um dieses erneute Schweigen zu durchbrechen.

Zu wünschen ist, dass sich bald für diesen Film ein deutscher Verleih findet, dass er bald auch in deutschen Kinos zu sehen ist. Selbst wenn sich der Film mit der US-Geschichte des Therapieaktivismus auseinander setzt, viele Entwicklungen und Diskussionen (wie auch Bruchlinien) verliefen auch in Deutschland und Europa an ähnlichen Punkten.

Und das erneute Schwiegen über Aids und HIV, es ist auch hier zu beobachten, gerade auch unter Schwulen …

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How to survive a plague
USA 2012
Regie: David France
Mit Peter Staley, Garance Franke-Ruta, Mark Harrington, Iris Long, Larry Kramer und anderen

Elizabeth Taylor: Teil des Erbes für Aids- Organisationen ?

Am 23. März 2011 starb in Los Angeles die Schauspielerin Elizabeth Taylor. Ein Teil ihres umfassenden Erbes könnte Aids-Organisationen zugute kommen.

Nach langer Krankheit ist die in London geborene Schauspielerin Elizabeth Taylor am 23. März 2011 im Alter von 79 Jahren in Los Angeles gestorben. Aufgrund eines Herzfehlers hatte sie sich bereits seit mehreren Wochen in einem Krankenhaus aufgehalten.

Taylor war am 24. März entsprechend traditionellen jüdischen Zeremonien auf dem Forest Lawn Memorial Park in Glendale (Kalifornien) beigesetzt worden. Taylor war 1959 zum jüdischen Glauben übergetreten.

Anfang der 1980er Jahre war Elizabeth Taylor die erste Prominente, die ihren Status dazu  nutzte, um auf die Situation der an Aids Erkrankten aufmerksam zu machen. Taylor war Vorsitzende einer der ersten großen Aids-Benefiz-Veranstaltungen der USA. Sie war – ebenfalls 1985, nach dem Tod ihres Schauspiel-Kollegen und Freundes Rock Hudson an den Folgen von Aids – gemeinsam mit Dr. Mathilde Krim und einigen wenigen weiteren Ärzten und Wissenschaftlern beteiligt an der Gründung der “American Foundation for AIDS Research” (AmfAR), die sie immer wieder unterstützte. Zudem gründete sie 1991 die “Elizabeth Taylor AIDS Foundation” (ETAF).

Nun könnte ein Teil des Erbes von Elizabeth Taylor ebenfalls Aids-Organisationen zugute zu kommen, spekuliert die ‚New York Post‘. So solle ihre umfangreiche Juwelen-Kollektion versteigert werden zugunsten ihrer “Elizabeth Taylor AIDS Foundation” (ETAF).

Der Wert des Nachlasses von Elizabeth Taylor wird auf insgesamt mindestens 600 Millionen US-§$ geschätzt.

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weitere Informationen:
NY POst 25.03.2011: Liz legacy of charity – Bulk of $600M estate to AIDS foundation
iwwit 01.04.2011: Taylor vererbt HIV-Forschung Millionen
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Elizabeth Taylor gestorben (akt.)

Die us-amerikanisch – britische Filmschauspielerin Elizabeth Taylor ist am 23. März 2011 in Los Angeles gestorben. Taylor engagierte sich umfassend auch gesellschaftlich und politisch, besonders bekannt wurde ihr Aids-Engagement.

Nach langer Krankheit ist die in London geborene Schauspielerin Elizabeth Taylor am 23. März 2011 im Alter von 79 Jahren in Los Angeles gestorben. Aufgrund eines Herzfehlers hatte sie sich bereits seit mehreren Wochen in einem Krankenhaus aufgehalten. Taylor spielte in nahezu 50 Filmen und erhielt drei Oscars, zwei für ihre Filme „Telefon Butterfield 8“ (1961) und „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ (1967) sowie einen Ehren-Oscar 1993 für ihre humanitären Verdienste, insbesondere auch ihr Engagement für die Aids-Hilfe.

Elizabeth Taylor 1981 (Foto: wikimedia commons / Alan light)
Elizabeth Taylor 1981 (Foto: wikimedia commons / Alan light)

Anfang der 1980er Jahre, ganz zu Beginn der Aids-Epidemie, war Elizabeth Taylor die erste Prominente, die ihren Status dazu  nutzte, um auf die Situation der an Aids Erkrankten aufmerksam zu machen. Taylor war Vorsitzende einer der ersten großen Aids-Benefiz-Veranstaltungen der USA, des „Commitment of Life“ 1985.

Elizabeth Taylor war ebenfalls 1985 – nach dem Tod ihres Schauspiel-Kollegen und Freundes Rock Hudson an den Folgen von Aids – gemeinsam mit Dr. Mathilde Krim und einigen wenigen weiteren Ärzten und Wissenschaftlern beteiligt an der Gründung der „American Foundation for AIDS Research“ (AmfAR), die sie immer wieder unterstützte. Zudem gründete sie 1991 die „Elizabeth Taylor AIDS Foundation“ (ETAF).

Schätzungen zufolge soll Elizabeth Taylor allein bis 1999 Spenden in Höhe von über 50 100 Millionen US-$ für den Kampf gegen Aids eingeworben haben (1).

Christophe Martet erinnert sich in einem Nachruf auf Elizabeth Taylor an ihr Auftreten bei der Welt-Aids-Konferenz in Vancouver 1996:

„Die Dreier-Kombinationstherapie wurde gerade eingeführt. Die kanadische Regierung weigerte sich damals, diese bereit zu stellen. Taylor kommentierte dies, in der Intonation der ‚Katze auf dem heißen Blechdach‘, unter dem Applaus des Publikums mit den Worten „Ehrlich gesagt hatte ich besseres erwartet von einem reichen Industriestaat“.

Michel Sidibé, Generaldirektor von UNAIDS, bezeichnete Elizabeth Taylor in einer Presseerklärung anläßlich ihres Todes als „erste Aids-Aktivistin“:

„Elizabeth Taylor was one of the first AIDS activists and one of the first celebrities to use her influence and public persona to help educate people about HIV and remove the fear and stigma surrounding the disease.“

Elizabeth Taylor selbst begründete ihr Engagement gegen Aids früh – in Zeiten einer ignoranten Haltung gegenüber Aids durch die US-Politik unter Ronald Reagan – mit folgenden Worten:

„I have to show up because it galvanizes people. [They] know . . . I’m not there to sell or gain anything. I’m there for the same reason they are: to get something done.“

The industry knew homosexuals were being hit hard, but instead of extending a loving hand and saying, ‘You helped me get to where I am today, without you I wouldn’t have made it,’ they turned their backs. … I remember complaining, ‘Why isn’t anybody doing anything? Why isn’t anyone raising money?’ … And it struck me like lightning: ‘Wait a second, I’m not doing anything.’”

Dann wurde sie aktiv.

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Elizabeth Taylor Aids Foundation
American Foundation for Aids Research

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POZ November 1997: Elizabeth Taylor Tells the Truth
DAH-Blog 24.03.2011: Saint Elizabeth
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(1) Von 50 Millionen US-Dollar sprechen die englischsprachigen Wikipedia sowie Websters online Dictionary. Die New York Times nennt in ihrem Nachruf vom 23.3.2011 die Summe von über 100 Millionen Dollar.

Kurz notiert … Februar 2011

27. Februar 2011: Der deutsche Zahlungsstopp bedroht nach internen Berechnungen des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria mindestens 43.000 Leben.

25. Februar 2011: Die US-Medikamentenbehörde FDA hat die Packungsbeilage von Kaletra® hinsichtlich Frühgeborener überarbeitet. Die Packungsbeilage für Viracept® (Nelfinavir) wurde um Wechselwirkungs-Angaben für Warfarin ergänzt.

23. Februar 2011: Pharmaunternehmen entschädigen Bluter mit Hepatitis C.

21. Februar 2011: Nur gut ein Fünftel der HIV-Positiven in der Ukraine erhält antiretrovirale Therapie – und selbst sie sehen sich jetzt massiven Versorgungsproblemen ausgesetzt.

19. Februar 2011: Die bisher detaillierteste dreidimensionale Darstellung von HIV durch ein Team des russischen Unternehmens Visual Science gewann in der Kategorie ‚Illustration‘ den Preis der ‚International Science and Engineering Visualization Challenge 2010‘.

18. Februar 2011: Die Bestimmung von CD4-Zellzahlen ist elementar, u.a. für Therapieentscheidungen. Für Positive in nicht oder weniger industrialisierten Staaten sind kostengünstige Tests besonders wichtig. Doch ein Medizintechnik-Konzern macht Probleme.

16. Februar 2011: Der Impfstoff Silgard/Gardasil kann bei jungen Männern das Entstehen von Feigwarzen deutlich vermindern.

15. Februar 2011: ACT UP Paris demonstriert vor dem französischen Pharma-Verband LEEM dafür, dass zwei neue Substanzen gegen Hepatitis C auch an Menschen getestet werden, die mit HIV und Hepatitis C koinfiziert sind.

In Südafrika beginnt eine Phase-IIb-Studie mit Sutherlandia frutescens (Ballonerbse). Sutherlandia wird in Südafrika als traditionelle Medizin eingesetzt (und ist auch einigen Positiven hierzulande seit langem bekannt). Die Studie des ‚South African Herbal Science and Medicine Institute‘ (SAHSMI) soll die Pflanze auf ihr Potential zur Behandlung von Begleiteffekten der HIV-Infektion untersuchen.

14. Februar 2011: Auf der Berlinale, die vom 10. bis 20. Februar 2011 in Berlin stattfindet, laufen auch Filme zu HIV / Aids: u.a. „We were here“ sowie der erste chinesische Dokumentarfilm zu HIV „Be together“.

11. Februar 2011: ‚Würden die (US-amerikanischen Medikamentenbehörden) FDA ein Verhütungsmittel zulassen, dass zu 44% wirkt?‘, weist Aids Healthcare Foundation auf viele Fragen zur derzeitigen Situation bei PrEP hin.

10. Februar 2011: Cornelia Yzer, bisher Cheffin des Verbands forschender Pharmaunternehmen (VfA), beendet ihre Tätigkeit Ende Juni 2011 – nach Medienberichten ’nicht ganz freiwillig‘.

HIV kann die Immunabwehr von Neugeborenen auch schwächen, ohne dass diese mit HIV infiziert werden, stellt eine US-Studie fest.

In Los Angeles sollen mit einer städtischen Vorschrift Porno-Produzenten zur Kondom-Verwendung bei Porno-Dreharbeiten gezwungen werden.

08. Februar 2011: Jugendliche in der Schweiz schützen sich besser vor einer HIV-Infektion. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit.

Eine kleine Studie in den USA untersucht, ob Disulfiram (Handelsname Antabuse®) geeignet ist HIV aus viralen Reservoirs auszuwaschen.

07. Februar 2010: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Lopinavir / Ritonavir (Handelsname Kaletra®) in eine ‚watch list‘ wegen möglicher Sicherheitsprobleme bei Neugeborenen aufgenommen.

Tesamorelin (Handelsname Egrifta®) soll zukünftig in Europa nach Unterzeichnung eines entsprechenden Lizenzabkommens vom spanischen Unternehmen Ferrer International vermarktet werden.

Mord wegen HIV? Brachte ein 55 Jahre alter Frührentner zwei Cruiser um, weil er nach einer HIV-Infektion Schwule hasste?

06. Februar 2011: Kürzungen bei Krankenversicherungs-Programmen in den USA – laufen immer mehr US-Amerikaner mit geringem Einkommen Gefahr, keine wirksame HIV-Therapie mehr zu bekommen? Regan Hofmann sorgt sich in der Huffington Post über „The Alarming State of AIDS in America„.

Ein HIV-positiver Ugander befürchtet, aus Großbritannien nach Uganda abgeschoben zu werden – und dort um sein Leben fürchten zu müssen.

04. Februar 2011: Nach Vorwürfen der Zweckentfremdung von Mittel kündigt der Präsident des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose Michel Kazatchkine, an, die Zahl seiner Mitarbeiter, die für die Abwicklung der Hilfszahlungen zuständig sind, zu erhöhen

03. Februar2011: Erstmals seit Beginn der Aids-Krise ist in San Francisco die Mehrzahl der Menschen, die mit einer Aids-Diagnose leben, über 50 Jahre alt. 53% aller Menschen, bei denen im Jahr 2010 Aids diagnostiziert wurde, seien 50 Jahre oder älter gewesen, berichtet der Bay Area Reporter.

01. Februar 2011: Der Pharmakonzern Gilead hat die Laufzeit einer Phase-III-Studie seines experimentellen Integrasehemmers Elvitegravir auf Empfehlung der US-Medikamentenbehörde FDA von 48 auf 96 Wochen verlängert.

Leben von Queen-Sänger Freddie Mercury wird verfilmt

Das Leben des an den Folgen von Aids verstorbene ehemaligen Queen – Lead-Sängers Freddie Mercury wird verfilmt. Darsteller der Rolle Mercurys ist – Sacha Baron Cohen …

Freddie Mercury, der ehemalige Sänger der Rock-Band Queen, war wohl der bekannteste HIV-positive Musiker – neben Klaus Nomi, Andy Bell (Erasure) oder Holly Johnson (Frankie Goes To Hollywood).

Freddie Mercury wäre in diesem Jahr 65 Jahre alt geworden (er wurde geboren als Farrokh Bulsara am 5. September 1946 in Sansibar Stadt). Sein Leben wird nun verfilmt – mit „Borat“und „Bruno“  – Hauptdarsteller Sacha Baron Cohen in der Hauptrolle.

Freddy Mercury 1979 in Hannover (Foto wikimedia / Uwe Matezki)
Freddie Mercury 1979 in Hannover (Foto wikimedia / Uwe Matezki)

Die Dreharbeiten zur Verfilmung des Lebens von Freddie Mercury sollen Anfang 2011 beginnen. Bereits im September 2010 unterzeichneten die Produzenten einen Vertrag mit Sacha Baren Cohen, der Freddie Mercury darstellen soll.

Die us-amerikanische unabhängige Produktionsfirma GK Films (Graham King) und Tribeca Productions (Robert de Niro) sicherten sich für den Film auch das Recht, einige bekannte Queen-Titel zu verwenden, darunter ‚Bohemian Rhapsody‘, ‚We Are The Champions‘, ‚Another One Bites The Dust‘ und ‚We Will Rock You‘. Die noch lebenden Queen-Mitglieder erteilten erstmals eine Film-Lizenz zur Verwendung der Queen-Stücke. Peter Morgan (u.a. ‚Die Queen‘, ‚Frost / Noxon‘) soll das Drehbuch verfassen.

2011 jährt sich auch der Todestag Freddie Mercurys – zum 20. Mal: Am 24. November 1991 ist Freddie Mercury in London an den Folgen von Aids gestorben. Einen Tag zuvor hatte er öffentlich bekannt gegeben, an Aids erkrankt zu sein.

weitere Informationen:
GK Films Blog 16.09.2010: King and Queen team up with Tribeca Productions to make Freddie Mercury Film; Peter Morgan to write screenplay; Sacha Baron Cohen to star as Freddie
Daily Mail online 17.09.2010: Now he’s Under Pressure! Sacha Baron Cohen to play Freddie Mercury in biopic
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Yves Saint Laurent und Pierre Bergé – eine leidenschaftliche Liebe (akt.2)

In Frankreich kam am 22. September ein Dokumentar-Film über Yves Saint Laurent und Pierre Bergé in die Kinos: „Yves Saint Laurent – Pierre Bergé, L’Amour fou“.

1958 – Pierre Bergé und Yves Saint Laurent lernen sich kennen – während des Begräbnisses von Christian Dior, für den der junge Designer Saint Laurent arbeitete. Für beide die Liebe des Lebens. Der Geschäftsmann und der Modeschöpfer, eine private und geschäftliche Erfolgs-Geschichte.

Bergé und Saint Laurent „haben nie ihre Liebe verleugnet“, lebten offen in einer schwulen Beziehung. Sie unterstützten über viele Jahre immer wieder schwule Projekte, später auch Projekte im Aids-Bereich, von der Zeitschrift Gaie Pied über die schwullesbische Radiostation Fréquence Gaie bis zum Magazin Tetu und der Aids-Organisation sidaction.

2008. Fünfzig bewegte Jahre nach ihrer ersten Begegnung, und nach dem Tod von Yves Saint Laurent, entschließt sich Pierre Bergé, über ihre Liebe und Beziehung zu sprechen, in einem Dokumentarfilm zu berichten.

Einen Vorgeschmack auf den Film gibt die (französische) Preview:

Gedreht ist der Film weitgehend an Original-Schauplätzen, wie dem Garten ‚Majorelle‘, den beide bei ihrer Villa in Marrakesch anlegen ließen, oder im Château Gabriel in der Normandie.

Der Film kam am 22. September in Frankreich in die Kinos und wird 2011 in britische Kinos kommen. Über Pläne für Deutschland ist bisher nichts bekannt. Auf dem ‚Zürich Film Festival‘ (23.9. bis 3.10.2010) ist der Film mit deutschen Untertiteln zu sehen.

Yves Saint Laurent – Pierre Bergé, L’Amour fou
Dokumentarfilm, 98 Minuten
Frankreich 2009
Regie Pierre Thoretton

siehe auch:
SZ 02.07.2008: Zum Tod von Yves Saint Laurent – Seine Geliebte war die Schönheit
Le Monde 21.09.2010: Critique: „Yves Saint Laurent – Pierre Bergé, l’amour fou“ : un documentaire élégant et conventionnel
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Kurz notiert … August 2010

21. August 2010: In China wurde erneut ein Aids-Aktivist festgenommen. Er hatte sich für Entschädigungen für diejenigen Chinesen eingesetzt, die durch Blutkonserven mit HIV infiziert wurden.

17. August 2010: Eingetragene Lebenspartnerschaften müssen künftig bei der Erbschaftssteuer wie Ehepaare behandelt werden. Eine entsprechende Entscheidung veröffentlichte das Bundesverfassungsgericht am 17.8.2010.

14. August: Die Stadt Rotterdam hat ein Cruising-Gebiet im ‚Kralingse Bos‘ mit kleinen hölzernen Pfählen (darauf Regenbogen-Aufkleber mit Füßen) kenntlich gemacht, berichtet minorités. Drei Millionen Bürger nutzen den Park, so die verantwortlichen, und jeder solle für seine Zwecke sein Gebiet finden. Der Sinn des ganzen auch: sexuelle Aktivitäten außerhalb des markierten Gebiets werden künftig als Ordnungswidrigkeit bestraft.

12. August 2010: „The normal heart„, das semi-autbiographische Stück von US-Aktivist Larry Kramer, wird von Ryan Murphy („Glee“, „Eat Pray Love“) verfilmt. Mark Ruffalo wird die Hauptrolle spielen, einen jüdischen Schwulen-Aktivisten, der Ende der 1980er Jahre den Beginn der Aids-Epidemie erlebt.

11. August 2010: Ein 34-jähriger Hamburger wurde freigesprochen von dem Vorwurf, zwei Frauen wissentlich mit HIV infiziert zu haben. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Callboy zum fraglichen Zeitpunkt von seiner HIV-Infektion nicht wusste.

9. August 2010: „Homo-Ehe = 166 Euro, Hetero-Ehe = 40 Euro“ – SpON schreibt über das teure Ja-Wort bei Homo-Ehen in Baden-Württemberg.

6. August 2010: Guyana (Südamerika) diskutiert die Einführung eines Spezial-Gesetzes gegen HIV-Positive ‚Criminal Responsibility of HIV Infected Individuals‘.

4. August 2010: Ein HIV-positiver 34-jähriger Mann muss sich seit 4. August in Hamburg wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, zwei Frauen mit HIV infiziert zu haben.
Die US-Medikamentenbehörde FDA hat ihre Entscheidung über eine etwaige Zuzlassung der Substanz Tesamorelin (geplanter Handelsname Egrifta®) für die Behandlung ungewöhnlicher Fettansammlungen bei HIV-Infektion auf den Herbst verschoben.

3. August 2010: Die ‚Bettencourt-Affäre‚ um Liliane Bettencourt, L’Oréal-Erbin und reichste Frau der Welt und möglicherweise illegale Parteispenden bewegt beinahe ganz Frankreich. ‚Yagg‘ thematisiert eine etwaige ‚schwule Komponente‘ und den Umgang der Medien damit: hatte der 2007 verstorbene Ehemann und konservative Politiker André Bettencourt eine Affäre mit dem Schriftsteller und Fotografen François-Marie Banier? Und wird diese Affäre derzeit in den französischen Medien als Tabu behandelt?

1. August 2010: In Köln wurden am Abend des 31. Juli die ‚Gay Games‚ eröffnet. Eine Veranstaltung voll Events, Trubel, Aktion – sowie bemerkenswertem und  kontrovers diskutiertem Aids-Gedenken (siehe queer.de Liveblog 31.7.2010 14:22 #5). Die Aidshilfe Köln organisierte in Mitten des Gay-Games-Trubels einen Ort der Stille und des Gedenkens an Menschen, die an den Folgen von Aids gestorben sind: im ‚Spanischen Bau‘ im Rathaus Köln wird vom 30.7. bis 6.8. die Ausstellung „International Memorial Quilts“ gezeigt.

Bereits Anfang Juli wurde der Proteasehemmer Atazanavir in der Europäischen Union auch für den Einsatz bei Kindern und Heranwachsenden zwischen 6 und 18 Jahren zugelassen.