Bedeutung von ’sART ohne STD‘ – Infektiosität: Angst und Entlastung

Im Folgenden als Dokumentation ein Artikel zum Thema Infektiosität (Bezug: EKAF-Statement „keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne anderer STDs„), der im „info #44“ der Deutschen Aids-Hilfe (Info Telefon Online Beratung) erschienen ist:

Bedeutung von ’sART ohne STD‘ (1) – Infektiosität: Angst und Entlastung

Bedeutet die Abnahme der Infektiosität durch die HIV-Therapie eine Veränderung dessen, was das Leben mit einer HIV-Infektion heute ausmacht? Und wird dies nicht nur zu einer veränderten Selbstwahrnehmung von Positiven, sondern auch zu einem allgemeinen Umdenken führen, an dessen Ende gar eine Entstigmatisierung von HIV steht?
Auf dem diesjährigen Treffen des Beraterteams von www.aidshilfe-beratung.de führte Prof. Dr. Martin Dannecker in seinen Workshop die Bedeutung der Infektiosität und somit auch der sART für das psychische Wohlbefinden von Positiven aus.

Psychische Belastung
Ausgangspunkt war, dass die Diskussion rund um sART nicht nur für die Prävention bedeutungsvoll ist, sondern auch für die psychische Situation von HIV-Infizierten. Schließlich „leiden nicht wenige Positive unter einer diffusen Angst, ihre Sexualpartner/innen trotz Safer Sex anstecken zu können“. Für manche Positive ist das Wissen um ihre Infektiosität sogar das größte Problem, das sie mit HIV verbinden. Dannecker sprach von dem „Introjekt der Ansteckung” und meint damit die Selbstwahrnehmung von Positiven als “monströse Infektionsträger“. Der Infizierte trage die Infektiosität als „verinnerlichtes Böses“ in sich, was sein seelisches Befinden erheblich beeinflusse.
Das eigentlich Revolutionäre an der ganzen Diskussion um die Viruslast sei, dass sie die Vorstellung von Positiven über sich selbst verändert: „Ich bin infiziert, aber praktisch nicht ansteckend“ (zumindest unter bestimmten Bedingungen) ist eine Vorstellung, die vor den Diskussionen um sART undenkbar war. Workshopteilnehmer bestätigten, dass für viele Positive die Infektiosität eine große Verunsicherung und die Möglichkeit der Nichtansteckung allein schon eine Art halbe (seelische) Heilung darstelle.
Nach Dannecker könne dann zu einer Ablösung vom „verinnerlichten Bösen“ kommen, wenn „durch sART unter gewissen Bedingungen die Grundlage dieser Angst entfällt“ Dann könne es auf längere Sicht auch zu einer Umschreibung der Sexualität von HIV-Infizierten kommen: Wenn man als HIV-Infizierter sexuell nicht mehr lebenslang ansteckend ist, wird sich die Sexualität wieder stärker mit dem Leben verbinden und ihre Verschränkung mit Krankheit und Tod abstreifen.“

Loslassen?
Diskutiert wurde, dass die Abnahme der Infektiosität durch ’sART ohne STDs‘ eine große Erleichterung sein mag. Für viele andere hingegen kann ein Umdenken als schwierig erlebt werden, da viele Gefühle an das Introjekt der Ansteckung gebunden sind und zum Beispiel Schuldgefühle nicht einfach von der Persönlichkeit abgestreift werden können.
Auch für Negative stelle sich die Frage, wie bereit sie sind, ihre Risikobereitschaft neu zu justieren und alte Angstgefühle hinter sich zu lassen. Wer so sozialisiert wurde, dass HIV eine der größten Bedrohungen seiner Gesundheit darstellt, erfährt Safer Sex wie das Sicherungsnetz für den Hochseilartisten. Von heute auf morgen auf dieses Sicherungsnetz zu verzichten, bloß weil andere davon überzeugt sind, dass man mit einem neuartigen Gerät auf dem Rücken jetzt fliegen kann, wird nicht für jeden auf Anhieb eine wunderbare neue Möglichkeit darstellen. Es braucht ja auch Vertrauen, sich auf das Neue einzulassen. Und woher weiß man, wie zuverlässig das Ding wirklich funktioniert…?

Auswirkungen für die Beratung
Durch die aktuelle Diskussion zur Risikoeinschätzung rückt wieder ins Bewusstsein, dass Safer Sex immer nur eine Minimierung des Risikos war und nie hundertprozentige Sicherheit versprechen konnte. Somit bringt jede Senkung der Infektiosität zusätzliche Sicherheit, egal welche Form der Risikominderung jemand für sich wählt. Selbst Safer Sex wird so noch mal sicherer! Was nicht nur für (Hoch-) Ängstliche eine gute Nachricht ist und manche PEP überflüssig machen wird.
Der Stellenwert der Medizin wird zwar zunehmen und wer ’sART ohne STDs‘ als Risikovermeidungsstrategie praktiziert, steht verstärkt in der Verantwortung, seine Viruslast zu beobachten. Beratung in Aidshilfe wird in Zukunft komplexer werden, wenn es darum, kompetent zur „medikalisierten Prävention“ zu beraten und der Dachverband ist gefordert, entsprechende Qualifizierungsangebote bereit zu halten.
Die Risikoeinschätzung einer HIV-Übertragung mag dank ’sART ohne STDs‘ für manche zwar im Bereich der allgemeinen Lebensrisiken angekommen sein, aber eben nicht für jede/n dort dauerhaft bzw. kontinuierlich bleiben. Durch ’sART ohne STDs‘ statt Kondombenutzung kann das regelmäßige Therapie-Monitoring also auch eine durchaus belastende Rolle spielen.
Auch zum Therapiebeginn wird weitergehende Beratung gefragt sein. Ob der eventuelle sexuelle Benefit ein zusätzlicher guter Grund wird, früher mit der HAART zu beginnen, dürfte sich durch die bisherige Sorgfalt gegenüber dem Beginn einer dauerhaften Einnahme starker Medikamente beantworten.

Resümee
„Was wäre, wenn…“ ist der große Horizontöffner, mit dem Martin Dannecker einen Blick in noch recht unbestimmte Gefilde ermöglichte. Es ging zur Abwechslung also einmal nicht um die Erfüllung der Kriterien, die man unter ’sART ohne STDs‘ versteht und wie man diese im Verhältnis zu Risikoeinschätzungen setzt. Und auch nicht darum, ob man sich auf (Rest-) Risiken einlassen und das Kondom weglassen könne. Das Faszinierende seiner Ausführungen war das, was auch viele Positive in der sART sehen: Die Möglichkeit, sich als nicht infektiös sehen zu können. Und auch nicht mehr als (so) ansteckend wahrgenommen zu werden.

Die Betrachtungen führen zu weitergehenden Fragen:
– Bei der ’sART ohne STDs‘ geht es nicht um eine ‚gefühlte‘ Infektiosität, sondern um Laborwerte. Aber ist die Infektiosität in diesem streng rationalen Sinn das Prägende im Verhältnis von Positiven zu sich selbst und zwischen Positiven und Negativen?
– Es darf bezweifelt werden, dass gesellschaftliche Stigmatisierung auf solch rationalen Grundlagen basiert. Und selbst wenn, was hieße das denn für „Therapieversager“, „Späteinsteiger“, „Therapieverweigerer“ usw.?
– Was ist mit den vielen Positiven (und Negativen), für die die Infektiosität nicht das große, angstbesetzte Thema ist? Schließlich bedeutet Safer Sex für viele etwas anderes als Angstmanagement.
– Mit anderen Worten: Welche Bedeutung hat ’sART ohne STDs‘ für diejenigen, die sich trotz HIV einen angstfreien Umgang mit Sexualität bewahrt haben und für die Infektiosität nichts ‚Monströses‘, sondern ein Sachverhalt ist?

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(1) Gemeint ist ’sART ohne STDs‘: Erfolgreiche stabile antiretroviralen Therapie (sART) mit vollständig supprimierter Viruslast seit über sechs Monaten bei Abwesenheit von sexuell übertragbaren Erkrankungen.

12 Gedanken zu „Bedeutung von ’sART ohne STD‘ – Infektiosität: Angst und Entlastung“

  1. Es ist traurig, überall sehen zu müssen, wie viel Heterokultur in den Köpfen der Männer steckt, die mit Männern Sex haben wollen! (Ficksucht)
    Dabei wollen offenbar viele nichts wissen von gelebter Solidarität durch Verwendung von Gummis (die auch vor anderen Infektionen schützen), sondern nur immer „mehr machen können“ wie „die Anderen“…
    Es soll also auch unter Schwulen – wie bei Heteros – „sexuelle Klassen“ und damit eine persönliche Wertehierarchie geben. Nur ist die Frage, wem bringt sowas etwas? Allenfalls dem eigenen Ego…

  2. @ Thommen:
    die hetero-kultur in den köpfen mancher männer-liebender männer sehe ich auch. sie manifestiert sich wohl nicht nur in der ficksucht … auch bei so manchem zwisschenmenschlichen umgang schimmert da ein „männchen – weibchen – schema“ durch, hab ich des öfteren das gefühl …

    also – mir geht es (wenn dieser begriff denn überhaupt zutreffend ist) um gelebte solidarität durch safer sex – und safer sex kann mehr sein als die verwendung von gummis …

    das mit den „sexuellen klassen“ verstehe ich nicht – ich habe die bisherige situation nicht so verstanden, dass es um klassen geht, sondern so, dass zwei menschen schauen, wie ist ihr jeweiliger status, was wollen sie machen, welche bedürfnisse haben beide – und dann gemeinsam eine für ihre situation passende entscheidung (auch hinsichtlich etwaiger schutzbedürfnisse) treffen

  3. @ Thommen
    Ich kann den Zusammenhang zwischen Deinem Kommentar und dem Artikel „Bedeutung von sART ohne std“ nicht hinkriegen. Kannst Du mal helfen?

  4. Ich kann bestätigen, dass bei mir, als ich zuerst dieEKAF-Stellungnahme las,
    genau diese „Erleuchtung“ einsetzte: „Mensch, dann bist du ja möglicherweise gar nicht mehr infektiös!“ Eine Vorstellung, die ich mir zvor selbst alsVision gar nicht zu denken traute.

    Diese neue Selbstwahrnehmung hat mir bewusst gemacht, was ich da alles an psychische Last in mir herumgetragenhabe, seit ich von meiner HIV-Infektion weiss.

    Die Freiheit, mich als „nicht mehr infektiös“ überhaupt DENKEN zu können, steht für mich viel mehr im Vordergrund als die Frage, ob ichim realen Sexleben nun auf das Kondom als Schutz verzichten will oder nicht.

    Diejenigen, die kritisieren, die EKAF hätte die Stellungahme gar nicht veröffentlichen sollen, es sei unverantwortlich, es würde mit großer Wahrscheinlichkeit missverstanden werden und zu mehr HIV-Übertragungen führen, haben ganz offenbar Angst vor dieser Freiheit der HIV-Positiven, sich als nicht mehr infektiös denken zu können. Da fantasieren sie nun den „Dammbruch“, dass alles safer-sex-Verhalten fahren gelassen würde.

    Die neue Ausgangslage erfordert es nun von mir als HIV-Positiven als auch von allen HIV-Negativen, sich wirklich umfassend und gründlich zu informieren. Gerade jetzt kann niemand das eigenverantwortliche Denken an eine Präventionsagentur oder wen auch immer delegieren und sich darauf berufen: „Aber die haben doch gesagt…“

    In der jetzigen Situation wäre es angebracht, offensiv dieses ganze Themenfeld anzugehen, vielleicht mit einer Anzeige und einem Poster mit diesem Text:

    “ Was ist dran? – HIV-Positive unter wirksamer Behandlung können HIV kaum noch oder gar nicht mehr übertragen. Safer Sex verändert sich. Sei intelligent und denk nach! Sprich mit Deinem Arzt und hol Dir Beratung in den AIDS-Hilfen und Beratungsstellen! Informier Dich noch heute!“

    Dafür ist es aber unbedingt notwendig, objektiv und nicht-tendenziös ALLE Informationen anzubieten, auch die Unwägbarkeiten zu benennen. Menschen müssen befähigt werden, eine eigenverantwortliche eigene Entscheidung zu treffen. Dies darf nicht behindert werden durch die persönliche Sichtweise des Arztes oder Beraters.

    Zur Eigenverantwortung sind alle Menschen, egal ob Homo oder Hetero, Männlein oder Weiblein aufgerufen. Die Anmerkungen von @ Thommen sind nicht zielführend, sondern lenken ab.

    In der Lebenspraxis wird der Faktor „Viruslast“ im persönlichen Risikomanagement schon längst praktiziert. Es ist eine ganz normale Entwicklung, dass bei realen Veränderungen die HIV-Prävention die Realität aufgreifen und integrieren muss, um glaubwürdig zu bleiben. In dieser Situation jetzt nur zu sagen „amSinn von Safer-Sex ändert sich nichts“ und dann den alten „Schrecken vor HIV“ reanimieren zu wollen, ist eine Beleidigung für alle denkenden Menschen. Demokratie geht aber nur mit denkenden Menschen.

    Wie sich die HIV-Fachstellen – vorrangig die DAH, BZgA BMG -jetzt zur EKAF-Stellungnahme verhalten, lässt daher klare Rückschlüsse zu auf ihr Menschenbild und ihr Demokratieverständnis.

  5. „Schließlich „leiden nicht wenige Positive unter einer diffusen Angst, ihre Sexualpartner/innen trotz Safer Sex anstecken zu können“. Für manche Positive ist das Wissen um ihre Infektiosität sogar das größte Problem, das sie mit HIV verbinden. Dannecker sprach von dem „Introjekt der Ansteckung” und meint damit die Selbstwahrnehmung von Positiven als “monströse Infektionsträger“. Der Infizierte trage die Infektiosität als „verinnerlichtes Böses“ in sich, was sein seelisches Befinden erheblich beeinflusse.“

    Dieser Sichtweise – Evaluierung des HiVirus als etwas monströses bzw das hiv positive sich als „monströse Infektionsträger“ sehen ist pauschal und stimmt so nicht. Zwar gibt es hiv + die sich so sehen mögen – genauso gibt es auch diejenigen die den virus als das verstehen was er ist. ein virus der ein krankheitsauslöser ist und das leben bzw den körper gesundheitlich schwer schädigen – beeinträchtigen kann. insofern ist es auch keine diffuse angst die bei vielen vorherrschen mag. safer sex beinhaltet auch das sachgemäße handling des kondoms – dennoch kann es trotz sachgemäßem handling zu unfällen und somit zu einem risiko für den partner/in kommen.

    diese möglichkeit – das man einen partner/in – einen menschen den man liebt in einer beziehung möglicherweise infizieren kann, das ist in der tat erschreckend und macht angst weil dies das gegenteil dessen ist was man gemeinhin mit „liebe im sinne von zuneigung für einen anderen menschen“ verbindet.

    was man bemängeln bzw in frage stellen kann ist wieso man zu der wahrnehmung – meinung gekommen ist das das leben – und krankheit als ein teil des leben somit zum leben dazugehörig – inwieweit das leben als solches 100% sicher sein muß – zu sein hat.

    ich selbst habe jahre lang unter der angst gelitten eine partnerin anstecken zu können und mich einer beziehung verweigert. die vorstellung durch und trotz safen sex einen menschen den ich liebe den virus weiterzugeben – dies war in der tat eine schwere auseinandersetzung für mich an der ich psychisch lange zu beißen hatte. es hat lange gedauert bis ich mir gewahr wurde das das Konzept „leben muß 100% sicher sein“ eine illusion ist, da auch „risiko“ zum leben gehört. es geht imo darum das risiko nach bestem wissen und gewissen zu minimieren. risiko per se auszuschließen jedoch ist nicht möglich – ist fiktion.

    und – das wesentlichste – das wenn der partner/in sich auf einen hiv + menschen einläßt es seine eigene freie entscheidung und sein freier wille ist. diese erkenntnis hat meiner angst sexualität wieder angstfrei leben zu können den zahn gezogen.

    insofern trägt das ekaf papier wesentlich zum abbau der psychischen belastung im kontext zu gelebter angstfreier sexualität unter dem viele hiv + leiden bei. aus diesem grund muß dieser sichtweise insbesondere in der pers beratung rechnung getragen werden und hat in die aufklärung – ungeachtet dessen wie schwer es ist dies einfach und verständlich für viele zu kommunizieren mit einzufließen. auch hier wieder – der anspruch das alle etwas „verstehen müssen“ ist eine utopie – eine fiktion. davon aber auszugehen weil dies eben nicht möglich ist tatsachen zu verschweigen ist mehr als nur fragwürdig.

    das argument – es würde nur mißvertsändnisse und verwirrung bei den meisten hiv + wie hiv – hervorrufen steht auch dafür das man ( wer solches sagt) die menschen einfach nur für blöd hält.

    „Welche Bedeutung hat ’sART ohne STDs’ für diejenigen, die sich trotz HIV einen angstfreien Umgang mit Sexualität bewahrt haben und für die Infektiosität nichts ‘Monströses’, sondern ein Sachverhalt ist?“

    Back to Life – Back to Normal . . .den davon waren alle hiv + als sie von ihrer infizierung erfahren haben so behaupte ich erst mal weit entfernt.

    P.S.

    ich erinnere mich das man zu beginn von hiv – anfang der 90 jahre – sehr schnell erkannt hatte was an bzw das psychotherapeutische(r) arbeit auf ärzte zukommen würde. und es war klar das man dem auf grund des mangelnden angebotes nicht würde gerecht werden können.

    leider hat sich dies ja bewahrheitet. auch unter diesem aspekt – gesundheitspolitischer kosten faktor für therapeutische begleitung – ist das ekaf papier geradezu „revoltionär“ weil es doch jedem finanz und gesundminister erfreuen sollte wenn er ausgaben nicht ausgeben muß.

    na ja . . . . aber was kann man von fachlich inkompetenten kurzfristig denkenden krämer seelen schon erwarten . . . .

  6. @ Michael:
    „Dafür ist es aber unbedingt notwendig, objektiv und nicht-tendenziös ALLE Informationen anzubieten, auch die Unwägbarkeiten zu benennen.“ – genau darum geht es zunächst, offene information und kommunikation

  7. @ Dennis:
    ja, genau in dieser hinsicht der psychischen entlastung kann das ekaf-statement von einigen positiven als revolutionär empfunden werden.

    und was die situation „angst den partner/die partnerin zu infizieren“ angeht: ekaf kann ja auch die alternative beinhalten „jetzt bist du mit wirksamer kombi plus kondom“ noch mehr auf der sicheren seite … 😉

  8. @Uli

    „in dieser hinsicht der psychischen entlastung kann das ekaf-statement von einigen positiven als revolutionär empfunden werden.“

    nicht nur uli – nicht nur. angst kennt jeder mensch und – so behaupte ich mal wissen viele aus eigener erfahrung was angst mit einem macht,wie man sich fühlt, denkt und handelt. insofern – es geht um angst und darum das man die strukturen aufbrechen und die dynamik der angst (durch)brechen kann um sich von ihr zu lösen – von ihr loszulassen. und dies gilt gleichermaßen für hiv positive wie den hiv negativen.

    die einen – die hiv positiven werden wieder in die lage versetzt ihre angst – die psychichische belastung über bord zu werfen um angstfrei ihre sexualität leben zu können; die anderen – die hiv negativen verlieren so die angst vor den hiv positiven weil sie erfahren das die bislang „monströsen Infektionsträger“ keine sind – niemals waren!! sondern menschen die eine krankheit haben . . . eine von vielen.

  9. @ uli

    du bist ein bischen zu sehr ekaf fixiert . . . . finde ich. 😉

    zwar trifft der inhalt vordergründig auf viele hiv + zu – aber wenn man es genauer betrachtet zeichnet sich ein neues anderes bild des hiv positiven ab. es trägt wesentlich zur entstigmatisierung die vordergündig in der gesellschaft ihren ursprung hat bei. wir – die hiv positivien die z.b. medis nehmen (vordergründig) werden „entschärft“ was den aspekt des “ der hiv positive – das monströse infektionsungeheuer“ das als bild in den köpfen der gesellschaft rumgeistert betrifft.

  10. @ Dennis:
    „entschärft“ ist nun im wahrsten sinne eine treffende formulierung ;-))

    die allerdings die frage aufwirft, was geschieht den mit denjenigen positiven, die keine kombi nehmen können/wollen/… ? ein thema, das nicht verdrängt werden darf in der debatte …

  11. das steht natürlich außer frage – es ist so wie du sagst

    Dafür ist es aber unbedingt notwendig, objektiv und nicht-tendenziös ALLE Informationen anzubieten, auch die Unwägbarkeiten zu benennen.” – genau darum geht es zunächst, offene information und kommunikation.

    hier gilt wie ich schon mehrfach sagte – das recht auf ein selbstbestimmtes leben zu führen. moral – eine normierte moral die wie die geschichte beweist immer dem zeigtgeist angepaßt wird und daher nicht „für alle zeiten“ gültig ist und sein kann – hat imo nichts in der debatte zu suchen. ich werde mich üten meinen maßstab an andere anlegen zu wollen weiß ich doch selbst wie es geht seinen standpunkt als das non plus ultra zu sehen . . . wie leicht es ist dabei anderen zu bewerten – ver und abzuurteilen und sich über andere zu stellen.

    wir halten sovieles aus, nehmen vieles einfach so hin wie kriege, völkermorde und menschen in afrika die des hungers sterben . . und sind sehr schnell dabei vor unserer haustür – in unserem land den moralfinger zu heben.

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