Irland: HIV-infizierter Chirurg erstreitet Schadenersatz

Ein Chirurg in Irland, der sich 1997 bei einem Patienten mit HIV infizierte, hat vor Gericht Schadenersatz in nicht genannter Höhe von seinem früheren Arbeitgeber erstritten.

Bei einem orthopädischen Chirurgen wurde 1997 nach grippeähnlichen Symptomen eine HIV-Infektion diagnostiziert. Nun erstritt er Schadenersatz von seinem Arbeitgeber in ungenannter Höhe.

In den drei Monaten vor der Diagnose habe er über einhundert Patienten operiert, so dass es unmöglich sei festzustellen, bei welchem Patienten er sich infiziert haben könnte. Er habe bei den Operationen zahlreiche Nadelstich-Verletzungen erlitten – unglücklicherweise habe ihn ‚eine davon erwischt‘, zitiert ihn ein Medienbericht. Zudem müsse er bei seiner Arbeit Schrauben, Sägen und Meißel verwenden, auch hier komme es zu dem Risiko einer Kontamination mit Blut aus Operationswunden.

Der Chirurg klagte vor dem High Court gegen seinen Arbeitgeber, das Krankenhaus. Sein HIV-positiver Serostatus sei das Ergebnis des Verhaltens der Klinik, sowohl des Fehlens einer HIV-Testung von Patienten als auch der Abwesenheit von adäquaten Risikomanagement-Strategien, Infektionskontroll-Politiken sowie Trainings- und Ausbildungs-Programmen.

Das beklagte Krankenhaus bestritt die Ansprüche. Es wies in einer Stellungnahme darauf hin, es sei nie untersucht worden, ob der Chirurg seine HIV-Infektion auch auf anderem Weg als während der Arbeit erworben haben könne.

Seit seiner Diagnose darf der Mann nicht mehr als Chirurg arbeiten. Er leidet seitdem an Depressionen sowie körperlichen Symptomen seiner HIV-Infektion. Seine Frau und er seien sehr betrübt und hätten Sorgen, ob sie jetzt noch Kinder haben könnten.

Vor dem High Court wurde eine Einigung erzielt. Der Chirurg erhielt Schadenersatz. Die Höhe des Betrages wurde nicht genannt.

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weitere Informationen:
RTE News 26.01.2011: Surgeon settles HIV High Court action
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