Erwerbsunfähigkeits-Versicherung für HIV-Positive

Erstmals ist eine elementare Absicherung gegen Erwerbsunfähigkeit jetzt auch für HIV-Positive möglich.

Ein Verlust oder eine deutliche Beeinträchtigung der eigenen Arbeitskraft durch Unfall oder Krankheit stellt ein existentielles Risiko dar, das viele Menschen gerne absichern möchten. Doch Versicherungen gegen das Risiko einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit sind für HIV-Positive (wie auch für Menschen mit manch anderer Erkrankung) bisher nicht möglich – ein positiver HIV-Test ist ein Ausschluss-Grund.

Nun jedoch gibt es eine Möglichkeit, auch mit positivem HIV-Status eine Erwerbsunfähigkeits-Versicherung abzuschließen. Dies berichten ‚Projekt Information‘ und Deutsche Aids-Hilfe.

Erstmals bietet ein Versicherer eine Erwerbsunfähigkeits-Versicherung an, die eine erleichterte Gesundheitsprüfung aufweist – und damit auch für HIV-Positive unter bestimmten Bedingungen zugänglich ist.

Die Voraussetzungen für den Abschluss sind u.a.:
– Es besteht noch keine Erwerbsunfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit
– Es ist bisher noch keine Versicherung wegen Erwerbsminderung / -unfähigkeit, Pflegebedürftigkeit oder Berufsunfähigkeit abgelehnt worden.

Zudem sollte beachtet werden, dass es sich um eine private Erwerbsunfähigkeits-Versicherung handelt, nicht um eine Berufunfähigkeits-Versicherung. Dies bedeutet, dass die Leistungspflicht erst eintritt, wenn man generell erwerbsunfähig ist (also nur noch weniger als 3 Stunden am Tag arbeiten kann), nicht aber wenn man „nur“ in seinem Beruf nicht mehr arbeiten kann.

Der private Versicherungsmakler Holger Grönig weist auf seiner Internetseite ‚HIV und Versicherungen‚ auf die Bedingungen des Tarifs hin:

„Es können bis zu 1250 € Rente im Monat abgesichert werden, die nach einer Karenzzeit von 5 Jahren greift. Sollte die EU auf Grund eines Unfalls eintreten, ist die Rente auch schon vorher fällig. Eine Voraussetzung zum Abschluss ist, dass noch keine Ablehnung seitens einer Berufsunfähigkeitsversicherung stattgefunden hat.“

In ‚Projekt Information‘ kommentiert der freie Versicheurngsmakler Micha Schrammke die neue Versicherungs-Möglichkeit

„Besonders für jüngere HIV-Positive eröffnet sich hier die Chance auf eine sonst bislang unzugängliche finanzielle Risikovorsorge.“

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weitere Informationen:
Elementare Absicherung gegen Erwerbsunfähigkeit jetzt auch mit HIV möglich. in: Projekt Information Januar / Februar 2011, Jg. 19 Nr. 1

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