Thailand: Stigma, Drogen und Sex erhöhen HIV-Risiko für Transgender

Bei Transgender in Thailand sind die HIV-Neuinfektionsraten  am Steigen, vermuten Experten. Genau Zahlen lägen zwar nicht vor, aber lokale Daten aus der Provionz Chonburi zeigten, dass dort 11% der Transgender mit HIV infiziert sind – bei Transgender im Alter von 29 und mehr Jahren läge der Anstieg sogar bei 20% . Zu den Gründen zählen Experten insbesondere das Fehlen zielgruppenspezifischer Angebote sowie Prostitution und Drogengebrauch.

In der Provinz Chonburi liegt mit Pataya eines der Zentren der Sex-Industrie Thailands. Über 3.000 Transgender leben Medienberichten zufolge in der Touristen-Saison in der Stadt.

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CDCNPIN 23.08.2012: Sex, Drugs, Stigma Put Thai Transsexuals at HIV Risk

Kurz notiert … Oktober 2011 / 2

28. Oktrober 2011: Die Pharmakonzerne BMS und Gilead haben angekündigt, an einer mit Gileads Cobicistat geboosteten Version des BMS- Proteasehemmers Atazanavir zu arbeiten. Dies würde ein Boosten mit Ritonavir nicht mehr erforderlich machen.

26. Oktober 2011: Bedenken, eine antiretrovirale Therapie gegen HIV sie bei Viren, die einem anderen Subtypen als B angehören, weniger wirksam, sind unbegründet, zeigt eine Schweizer Studie.

In Ohio (USA) wurde bei einem HIV-positiven Mann Mycobacterium Leprae diagnostitziert, der Lepra auslösende Erreger.

Weniger als die Hälfte der französischen HIV-Positiven hat einen Arbeitsplatz, berichtet Tetu über eine Umfrage von Aids.

25. Oktober 2011: HIV-positiv zu sein bedeutet auch für Chirurgen nicht das Karriere-Ende.

20. Oktober 2011: Der Globale Fonds hat Zahlungen an Mali wegen Zweckentfremdung gestoppt.

19. Oktober 2011: Dass „Fisch Pediküre“ („Knabberfische„) zu einer Übertragung von HIV oder Hepatitis C führt, ist sehr unwahrscheinlich, sagt HPA.

Die Europäischen HIV-Therapie-Richtlinien wurden aktualisiert.

18. Oktober 2011: In den USA wurde ein 24-jähriger schwuler Mann wegen HIV-Übertragung verurteilt, obwohl er seinen Partner vorher über seine HIV-Infektion informiert hatte. Dies sei unerheblich, er habe keine Kondome benutzt.

London: ein evangelikaler Prediger empfiehlt, die Medikamente nicht weiter einzunehmen – die Folge: drei Tote an Aids, laut Bericht der BBC

17. Oktober 2011: In Basel wurde eine ACT UP Gruppe neu gegründet, um gegen den Pharmakonzern Novartis zu protestieren. Novartis klagt gegen Indien und indische Generika-Hersteller.

15. Oktober 2011: „Gare à tes fesses“ (etwa: Pass auf deinen Arsch auf), unter diesem Titel hat die Gruppe ‚Chrysalide‘ aus Lyon eine Gesundheits-Broschüre für Trans* herausgegeben.

Der ‚Osservatore‘ (die ‚offizielle‘ Vatikan-Zeitung) kritisiert die UNO für ihre Aids-Prävention.

Kurz notiert … September 2011

28. September 2011: Auf der ICAAC wurden Daten einer Phase-IIb-Studie des monoklonalen Antikörpers Ibalizumab (Antikörper-basierte Therapie gegen HIV) vorgestellt.

27. September 2011: Die DAIG verabschiedete auf ihrer Mitgliederversammlung die ‚Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung HIV-betroffener Paare mit Kinderwunsch‚ (pdf).

22. September 2011: Norbert Geis, CSU, nutzt den Papstbesuch auf seine Weise – er warnt vor der Verwendung von Kondomen. „Kondome vermehren das, was Aids auslöst, nämlich Promiskuität.“

21. September 2011: Der NNRTI Nevirapin (Handelsname Viramune®) erhält die EU-Zulassung als einmal tägliche Retard-Formulierung.

20. September 2011: Das Hepatitis-C-Medikament Telaprevir erhält die Zulassung für die EU. Es wird vom Pharmakonzern Johnson & Jonsohn in Europa unter dem Handelsnamen Incivo® (USA: Incivek®) vermarktet.

16. September 2011: Die französische Aidshilfe-Organisation Aides und der französische Verband schwuler Unternehmen SNEG haben eine Vereinbarung zur leichteren Durchführung von HIV-Tests (Schnelltests) in Einrichtungen für Schwule (unter Anwesenheit von Aides-Mitarbeitern) geschlossen.

Eine experimentelle therapeutische Vakzine gegen HIV, die u.a. in Hamburg untersucht wird, reduziert bei HIV-Positiven in einer Phase-II-Studie die Viruslast.

Die Treatment Action Group TAG hat einen ‚Guide to Clinical Trials for People with Hepatitis C‘ veröffentlicht.

14. September 2011: Das Aids-Institut von New York hat Richtlinien zur Behandlung von HIV-positiven Transgender herausgegeben.

13. September 2011: Ende August wurde Medienberichten zufolge der usbekische Aids-Aktivist Maxim Popov vorzeitig aus der Haft entlassen.

09. September 2011: „Die Umsetzung der Befragung ist genau so wichtig wie das Ergebnis“, berichtet Julian Howes über den ‚Stigma Index‚ von GNP+.

Im Rahmen eines Demonstrations-Projekts sollen in San Francisco 300 schwule Männer Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) erhalten.

08. September 2011: Mit einer offiziellen Gedenk-Zeremonie verabschiedet sich Frankreich am 28. September 2011 vom am 3.8.2011 verstorbenen Rudolf Brazda. Brazda war vermutlich er letzte überlebende ‚Rosa Winkel Häftliung‘ der NS-Verfolgung Homosexueller.

05. September 2011: Die kurz zuvor aufgrund des positiven HIV-Tests eines Darstellers gestoppt US-Porno-Produktion ist wieder angelaufen – das Testergebnis hat sich als falsch erwiesen.

02. September 2011: UNAIDS gratuliert der Regierung von Fiji zu ihrem Entschluss, die bisher bestehenden Einreise- und Aufenthaltsbeschränkungen für Menschen mit HIV aufzuheben.

01. September 2011: Der seit drei Jahren inhaftierte iranische Arzt Aresh Alaei wurde aus dem Gefängnis entlassen.  Alaei hatte sich gemeinsam mit seinem Bruder für HIV-Infizierte und Aids-Kranke eingesetzt.

Die NRTI-sparende Kombination Darunavir / Ritonavir plus Raltegravir ist keine gute Kombination für HIV-Positive mit hoher Viruslast, berichten US-Forscher.

Kurz notiert … Oktober 2010

28. Oktober 2010: Hepatitis C : Die DAH weist hin auf Verhaltensänderungen bei Hepatitis-C-Behandlung: neue Medikamenteninformationen

24. Oktober 2010: Trotz seiner langwährenden Freundschaft mit Ernie sei er nicht schwul, lässt Sesamstraßen-Figur Bert erklären.

22. Oktober 2010: Die derzeit angewendeten US-Behandlungsrichtlinien für die Behandlung von Syphilis bei HIV-Positiven haben eine sehr geringe Evidenz-Basis, betont eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift.

Mit Ritonavir (Handelsname Norvir®) geboostetes Saquinavir (Invirase®) kann zu Herzrhythmusstörungen führen, berichten Medien. Die US-Packungsbeilage wurde geändert.

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson macht Infektionskrankheiten (darunter HIV)  zu einer Priorität seiner Geschäftsaktivitäten.

21. Oktober 2010: Den seltenen Fall einer HIV-Übertragung durch eine Messer-Attacke haben Forscher in Taiwan dokumentiert.

19. Oktober 2010: Auch München braucht einen Gedenkort für schwule NS-Opfer, fordert die Rosa Liste in einem Antrag.

15. Oktober 2010: Zwei HIV-positive Strafgefangene haben vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erfolgreich gegen Russland bzw. gegen die Ukraine geklagt. Sie erhielten Schmerzensgeld in Höhe von 27.000 bzw. 8.000 Euro zugesprochen, ihre medizinische Versorgung sei menschenunwürdig.

Die ARGE muss die Fahrtkosten zur Substitutionsbehandlung übernehmen, urteilte das Sozialgericht Wiesbaden.

Aids könne eine „Art von immanenter Gerechtigkeit“ für den Missbrauch der Liebe sein, meint der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von Belgien.

14. Oktober 2010: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihre Richtlinie zur Behandlung der HIV-Infektion bei Frauen und Kindern aktualisiert.

13. Oktober 2010: Über 80.000 Menschen im Iran seien an Aids erkrankt, meldet der unabhängige Sender ‚Radio Zamadeh‘ aus Amsterdam. Offizielle Zahlen liegen bei 22.000.

Der Pharmakonzern Abbott hat mit dem niederländischen Biotech-Unternehmen Qiagen eine Vereinbarung geschlossen über die gemeinsame Vermarktung von Tests auf HIV, Hepatitis C und Humane Papilloma-Viren.

„The Gay Liberation Front’s social revolution“ – Peter Tatchell erinnert in einem Kommentar an die Gründung der Schwulengruppe ‚Gay Liberation Front‚ in London am 13. Oktober 1970.

11. Oktober 2010: Der Vertreib von HIV-Heimtests ist gesetzlich geregelt, (nicht nur) die DAH warnt immer wieder. Nun warnen auch Ärzte vor HIV-Heim-Tests.

Medizinische Leitlinien haben weitreichende Folgen. Entstehen sie immer unabhängig? Über Interessenverflechtungen berichtet „Augen auf beim Leitlinien-Kauf“

9. Oktober 2010: In Paris findet die  erste Internationale Konferenz homosexueller Muslime (CALEM Conférence des associations LGBT européennes et musulmanes) statt – unter Beteiligung der beiden einzigen offen homosexuellen Imame.

7. Oktober 2010: Uridin hilft nicht gegen Fettschwund bei HIV-Positiven (Lipoatrophie), zeigte eine US-Studie.

6. Oktober 2010: Erstmals soll ein ‚therapeutischer Impfstoff‚ eine „funktionale Heilung“ erreicht haben – bei SIV, einer ‚Affen-Variante‘ von HIV. In einer Gruppe mit der Substanz des Unternehmens VIRxSYS Corporation geimpfter Affen soll die HIV-Vermehrung unter Kontrolle und das Voranschreiten der Erkrankung aufgehalten worden sein.

5. Oktober 2010: Wegen Unwirksamkeit beendet der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) alle seine Studien zum Herpes-Impfstoff „Simplirix“.

4. Oktober 2010: Klassischer Fall von Homophobie gepaart mit Serophobie in Indonesien: der Informationsminister macht Schwule für Aids verantwortlich.

„Schwulenhass bleibt ein Thema“, betont Dirk Brüllau vom schwul-lesbischen Netzwerk „Queer Football Fanclubs“ zum Thema Homophobie und Fussball im Magazin „11FREUNDE“.

3. Oktober: Der Brite Robert Edwards erhält den diesjährigen Medizin-Nobelpreis für die Entwicklung der künstlichen Befruchtung. Erst jüngst hatte der G-BA einen Anspruch auf künstliche Befruchtung als GKV-Leistung auch für von HIV betroffene Paare beschlossen.

2. Oktober: US-Präsident Obama entschuldigt sich nach über 60 Jahren für Syphilis-Versuche in den 1940er Jahren. Ohne ihr Wissen wurden 1.500 Menschen in Guatemala mit Syphilis infiziert, um die Wirkungsweise von Penicillin zu untersuchen. Die Teilnehmer hatten keinerlei Möglichkeit einer informierten Einwilligung (informed consent). Die Untersuchungen fanden im Zusammenhang mit dem berüchtigten „Tuskegee Syphilis Experiment“ statt.

1. Oktober 2010: Homosexuelle mit einzubeziehen sei entscheidend für Malawis Kampf gegen Aids, betonte die Vizepräsidentin des afrikanischen Staates, Joyce Banda, bei einem Spitzentreffen religiöser Führer. Schwule und Lesben seien eine Realität in Malawis Gesellschaft, dies dürfe nicht ignoriert werden.

Welche Anforderungen und Bedürfnisse haben Transgender-Männer an HIV-Prävention?, fragt ‚Youths2getherNetwork: „What are transgender men’s HIV prevention needs?“

Sexualaufklärer Oswald Kolle ist bereits am 24. September im Alter von 81 Jahren in den Niederlanden verstorben, wie erst am 1. Oktober bekannt wurde.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat am 1. Oktober den Verdienstorden des Landes Berlin an 14 Bürgerinnen und Bürger verliehen, darunter auch an Kai-Uwe Merkenich, von 2000 bis 2009 Geschäftsführer des Berliner Aids-Hilfe e.V..

Der von der französischen Staatssekretärin für Sport Rama Yade angekündigte ‚Aktionsplan gegen Homophobie im Sport‚ nimmt Gestalt an, die Arbeitsgruppe, die den Plan entwickeln soll, kam zu einem ersten treffen im Ministerium zusammen.

Frankreich: erste Präventions-Broschüre für Trans

Am 31. Januar wird in Paris die erste französische Aids-Präventions-Broschüre für Trans vorgestellt.

Auch Trans-Menschen sind von HIV und Aids betroffen. Zahlen aus dem Ausland seien alarmierend, berichtet die französische Trans-Selbsthilfe-Organisation OUTrans, und bemerkt, dies sei für eine marginalisierte diskriminierte und prekarisierte Gruppe wenig erstaunlich. Die wenigen Studien, die bekannt seien, zeigten eine HIV-Prävalenz von in der Spitze bis zu 70%.

Umso bemerkenswerter sei es, dass es bisher nahezu keine spezifischen Aids-Aufklärungs-Materialien für Trans* gebe. Aus diesem Grund habe sich OUTrans entschlossen selbst eine Präventionsbroschüre zu erstellen:

Aids-Präventionsbroschüre für Trans* (OUTrans)
Aids-Präventionsbroschüre für Trans* (OUTrans)

Die Broschüre sei von Trans erstellt und für Trans konzipiert. Um die verschiedenen Facetten von Trans* zu beschreiben, habe man sich dabei für die Abkürzung Ft* (female to something; statt FtM female to male)) entscheiden.

Die im April 2009 gegründete Gruppe OUTrans wird die neue Präventionsbroschüre am 3. Januar 2010 in Paris in der Schwulenbar „Les Souffleurs“ (Marais) vorstellen.

weitere Informationen:
Tetu 12.01.2010: Le premier guide de prévention pour les trans «FT*»
OUTrans 31.12.2009: Sortie d’une brochure de prévention à destination des trans ft* et leurs amants
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Transphobie zurückweisen – internationale Resolution am Tag gegen Homo- und Transphobie

Die Rechte von Transidentisch lebenden Menschen zu respektieren, ihre Diskriminierung zu beenden und ihre Gesundheit zu fördern – auf diese Forderungen verständigten sich zahlreiche prominente Teilnehmer einer internationalen Konferenz in Paris.

Die Internationale Konferenz gegen Homophobie („Congrès mondial sur les droits de l’Homme, l’orientation sexuelle et l’identité de genre“) fand auf Veranlassung von Staatssekretärin Rama Yade am 15. Mai 2009 in Paris statt.

Rama Yade (Foto: diplomatie.gouv.fr)
Rama Yade (Foto: diplomatie.gouv.fr)

Die Konferenz im französischen Außenministerium brachte trotz einiger Kritik im Vorfeld unter anderem eine Resolution als Ergebnis: die Unterzeichnung der Resolution „Transphobie zurückweisen, Geschlechtsidentität repektieren“:
Refusons la transphobie, respectons l’identité de genre !

Die Resolution der IDAHO formuliert

„Die fundamentalen Menschenrechte von Transmenschen werden in allen Nationen ignoriert oder geleugnet – sei es aus Unkenntnis, Vorurteilen, Furcht oder Hass heraus. Transmenschen sehen sich mit täglicher Diskriminierung auf überwältigender Weise konfrontiert, die zu sozialen Ausschluss, Armut, schlechter Gesundheitsversorgung und wenigen Aussichten auf ausbildungsentsprechende Arbeit führt.“

Die Unterzeichner fordern u.a. von der Weltgesundheitsorganisation WHO, aufzuhören „Transmenschen als geistig ungeordnet zu betrachten und stattdessen den Zugang zu adäquater Gesundheitspflege und psychologischer Unterstützung zu fördern“. Die Staaten der Welt werden aufgefordert, „die internationalen Yogyakarta Prinzipien [zu] übernehmen“.

Die Resolution der IDAHO wurde auf der Konferenz von einer beeindruckenden Gruppe von Personen unterzeichnet. Zu den Unterzeichnern gehören u.a. Martine Aubry (Generalsekretärin der PS), die französische Medizin-Nobelpreis-Trägerin Françoise Barré-Sinoussi, Marie-George Buffet (Generalsekretärin der PCF), Daniel Cohn-Bendit (Vorsitzender der Grünen im Europaparlament), der ehemalige Präsident der EU.Kommission Jacques Delors, Literatur-Nobelpreis-Trägerin Elfriede Jelinek, der frühere französische Kulturminister Jack Lang sowie Medizin-Nobelpreis-Träger Luc Montagnier.
Bisher haben sich 300 Organisationen aus 75 Staaten sowie eine große Zahl an Einzelpersonen der Resolution angeschlossen.

Beinahe zeitgleich kündigte die französische Gesundheitsministerin an, dass Transsexualität zukünftig in Frankreich nicht mehr als Geisteskrankheit betrachtet werden soll. Sie wolle eine entsprechende Anordnung der obersten Gesundheitsbehörde HAS veranlassen.

Zeitgleich zur internationalen Konferenz im Außenministerium hatte die ILGA International Lesbian and Gay Association im Mai 2009 eine aktualisierte Fassung ihres ILGA-Berichts “State-Sponsored Homophobia – A world survey of laws prohibiting same sex activity between consenting adults” vorgestellt.

weitere Informationen:
„Transphobia zurückweisen, Geschlechtsidentität repektieren: Ein Appell an die Vereinten Nationen, die Weltgesundheitsorganisation und die Staaten der Welt“ (pdf; verfüpgbar auch in englisch, französisch, portugiesisch und spanisch)
Le Monde 16.05.2009: Refusons la transphobie, respectons l’identité de genre !
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Istanbul: Trans-Aktivistin ermordet (akt.)

Ebru, Trans-Aktivistin und Mitglied von Lambda Istanbul, sei ermordet worden – dies berichtet ein Mitglied von Lambda Istanbul.

Ebru Soykan, Trans-Aktivistin ist am 10. März 2009 in Istanbul tot aufgefunden worden. Im Blog „Transmission“ berichtet dazu Sinan, ebenfalls Mitglied von Lambda Istanbul,

„Apparently, she went to the police and sought protection from a man she refused to be with recently, she was found dead in her apartment this morning.“

Noch seien die genauen Umstände des Todes von Ebru nicht bekannt.

Die generellen Lebensbedingungen von Trans-Frauen in der Türkei jedoch seien von Diskriminierungen, Belästigungen und Gewalt gekennzeichnet:

„Trans women in Turkey face extreme amounts of harassment and violence from their partners, people in the street and police forces on a daily basis. When the perpetrators are caught or called out, patriarchal bullshit protection mechanisms of violence such as „crimes of passion“ or „moral provocation“ help these men get away with it.“

Aus Anlass des Todes von Ebru sollen heute (12.3.2009) Protestversammlungen stattfinden.

Transmission 12.03.2009: Trans*aktivistin in Istanbul ermordet
dazu am 12.03.2009 Lambda Istanbul (in türkischer Sprache)
zum Hintergrund: indymedia 24.11.2008: ‚Hassmorde‘ an Transsexuellen in der Türkei
Human Rights Watch 12.03.2009: Turkey: Transgender Activist Murdered
Advocate 13.03.2009: Trans Activist Murdered in Turkey
Pinknews 13.03.2009: Transgender Activist Murdered in Turkey
queer.de 13.03.2009: Istanbul: Transgender-Aktivistin ermordet
365gay.com 13.03.2009: Police accused of ignoring transwoman’s pleas for help
indymedia.de: Trans*-Aktivistin in Istanbul ermordet
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Männlich? Weiblich? Spielt keine Rolle – in SF

Innovative Wege bei Ausweis-Papieren geht San Francisco. Der Stadtrat hat beschlossen, eigene städtische Ausweispapiere auszugeben, die keinen Hinweis auf das Geschlecht enthalten.

Das San Francisco Board of Supervisors beschloss am 20. November 2007, eigene ID-Cards auszugeben. Dies ist bereits in vielen Städten der USA in Überlegung. Einer der Vorteile städtischer ID-Cards: sie können ggf. unabhängig vom legalen Status der Person ausgegeben werden (und sind damit auch Bestandteil der Debatten um illegale Immigration in die USA).

Auch in San Francisco lagen die Beweggründe für städtische ID-Crads anfangs überwiegend in aufenthaltsrechtlichen Fragen. Zudem war Anlass, dass Bemühungen um eine Reform der Einwanderungs-Gesetzgebung vorher gescheitert waren. Die Stadt wollte Einwohnern, die nicht in der Lage sind, legale staatliche Papiere zu erhalten, zumindest eine städtische Ausweis-Möglichkeit bieten.

Dann allerdings traten Transgender-Organisationen auf den Plan. Ihr Anliegen: auch die Situation transsexueller Menschen mit in Betracht zu ziehen. Eine Personenstands- Änderung ist in den USA zwar möglich, aber Zeit- und besonders Kosten-aufwändig.

Das Ergebnis der Debatten: ab nächstem Jahr wird San Francisco ein eigenes Ausweis-Papier einführen, das neben einem Foto der Person ausschließlich den Namen und das Geburtsdatum erwähnt, nicht jedoch das Geschlecht.

Trans-Männer und Trans-Frauen, Transgender- / Transsexuellen-Aktivisten feiern die neue Karte als Erfolg; endlich sei eine genderneutrale Ausweis-Möglichkeit vorhanden.
Das Gesetz über den geschlechtsneutralen städtischen Ausweis muss noch vom Bürgermeister der Stadt, Gavin Newsom, unterzeichnet werden.

[Quellen u.a. USAtoday, prinside, gay.com]

siehe auch
Transsexuell bei der Polizei – in Hessen nein, im Norden ja
Wann ist Mann ein Mann

Transsexuell bei der Polizei – in Hessen nein, im Norden ja

Kann ein Transsexueller, eine Transsexuelle Polizist/Polizistin werden? Diese Frage erregte erst jüngst nicht nur die Gemüter, sondern auch ein Frankfurter Gericht. Doch – was in Hessen unmöglich sein soll, scheint in Schleswig-Holstein durchaus möglich zu sein.

In Frankfurt klagte ein Transsexueller gegen die hessische Polizei, die ihm eine Einstellung verweigerte (siehe Bericht hier). Das Verwaltungsgericht Frankfurt entschied (Az. 9 E 5697/06) gegen ihn – der transsexuelle Mann sei nicht diskriminiert worden. Die hessische Polizei darf seine Einstellung wegen seiner Transsexualität verweigern.
Wann ist ein Mann ein Mann?‚ – diese Frage stellte sich schon vor Beginn des Prozesses in Hessen.

Doch diese Frage muss nicht immer gestellt werden, es scheint auch anders zu gehen – wie eine Leserin des Portals queer.de in ihrem Kommentar zu einem Bericht über das Frankfurter Urteil berichtet.

Sie sei in Schleswig-Holstein Polizeibeamtin – allerdings habe sie vor vielen Jahren ihren Dienst als Mann begonnen. Bei ihrer Transition vor zwei Jahren habe sie von Chefs, Kollegen und medizinischem Dienst viel Unterstützung erfahren, heute versehe sie ihren Dienst als Kriminalbeamtin. Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Rolle erfahre sie keine besonderen Schwierigkeiten.

Svendura, so nennt sich die Leserin, berichtet darüber sogar auf ihrer eigenen Internetseite svendura.de.

Das Verhalten der hessischen Polizei, eh schon erstaunlich genug, erscheint angesichts der berichteten Erfahrungen aus Schleswig-Holstein umso fragwürdiger.
Und ein ‚bravo‘ der Polizeibeamtin in Schleswig-Holstein für ihre Courage und Offenheit!